Um dem hektischen New Yorker Alltag zu entfliehen ziehen Kate und Matt hinaus aufs Land. Ein altes Herrenhaus soll ihr neues Domizil werden. Doch die heruntergekommene Villa stand nicht ganz ohne Grund so lange leer.

Ein Raum, der Wünsche erfüllt

Künstler Matt stört sich nicht am renovierungsbedürftigen Zustand des Hauses. Ihn nerven nur die ständigen Stromschwankungen, die offensichtlich von einem riesigen Aggregat und einem Chaos an Leitungen im Keller verursacht werden. Wofür die Einbauten notwendig sind, erfährt das Paar kurze Zeit später. Denn hinter der Tapete findet sich ein verschlossener und leerer Raum. Per Zufall kommen Kate und Matt drauf, was es damit auf sich hat. Wie der Dschinni im Märchen erfüllt der Raum Wünsche - jeder Art und sofort.

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Champagner, Schmuck, Geld, gutes Essen, alles kein Problem. Für einige Zeit leben die Beiden wie im Rausch und in Saus und Braus. Als Matt dann einmal für ein paar Stunden unterwegs ist, wendet sich das Blatt. Denn vom unerfüllten Kinderwunsch getrieben geht Kate einen Schritt zu weit, derweil Matt herausfindet, dass alles, was das Haus verlässt, in Sekundenschnelle altert und zu Staub zerfällt.

Ein wenig Horror

Ab diesem Zeitpunkt erfährt die Handlung eine völlig neue Richtung. Während Christian Volckman zu Beginn seiner Arbeit mit ein paar Jump Scares versucht, dem Zuschauer horrormäßig Angst zu machen und zwischenzeitlich in die Rausch- und Party-Ecke abdriftet, wird’s dann schon fast philosophisch. Nun ist die Idee vom alle Wünsche erfüllenden Raum und der Erkenntnis, vorsichtig zu sein, mit dem, was man will, keine neue. Volckman gelingt es dennoch, den Plot unverbraucht und mit einer ordentlichen Portion Spannung zu erzählen.

Mit Ex-Bond-Girl Olga Kurylenko

Sicher, eine logische Auflösung fürs Ganze kann er nicht liefern, der Versuch, es aber einleuchtend im Rahmen der Möglichkeiten zu gestalten, darf durchaus als gelungen betrachtet werden. Zumal auch das Setting passt. Alte Villa, sehr sehenswert, beängstigender Keller, cool gemacht, junges Paar, Olga Kurylenko und Kevin Janssens stemmen das Kammerstück mit Bravour. Dazu ein paar durchaus taugliche Spezialeffekte, kurzum, für Fans des Genres unbedingt empfehlenswert, für alle andere eigentlich auch.

The Room


Genre: Mystery; FSK: 16 Jahre; Laufzeit: 100 Minuten; Verleih: weltkino; Regie: Christian Volckman; Olga Kurylenko, Kevin Janssens, Joshua Wilson; F/B/L 2019