In ihrer Freizeit ziehen Cal und seine Kumpel gern um den Block. Als Reservisten bei den Marines indes wissen sie, dass aber auch Pflichtbewusstsein und Ehre zählen. Vor allem für Cal, der als Polizist seinen Lebensunterhalt verdient.

Polizist verhaftet eigenen Bruder

Oyster, so scheint es, ist das ganze Gegenteil seines Bruders. Jünger und vor allem leichtfertiger, stets jedoch unter den Fittichen des älteren. Als der Junge jedoch bei einer Kneipenschlägerei einen anderen tötet, kann ihm auch Cal nicht helfen. Im Gegenteil. Der ist es, der ihn verhaftet und eine Flucht verhindert. Qyster nimmt ihm das übel. Vor allem, weil er nach falschen Zeugenaussagen zu einer sehr langen Haftstrafe verurteilt wird. Dazu kommt es im Knast zu Misshandlungen. Weil eine Berufung abgelehnt wird fühlt sich Cal nun schuldig. Um so mehr, als dass er gerade als Reservist im Irak erlebt hat, wie schnell man auf der falschen Seite des Gesetzes landen kann. So fassen die Freunde einen abenteuerlichen Plan.

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Henry Alex Rubin erzählt hier eine durchaus interessante Geschichte, bei der der Kriegseinsatz in mittleren Osten mal nicht als Trauma in der Heimat verarbeitet wird, sondern dazu dient, auch den eigenen Horizont zu erweitern. Zudem sind die beruflichen und privaten Verquickungen, vor allem als Polizist, ein weiteres nicht so oft gesehenes Element in einem Thriller. Wenn der Plot ab der zweiten Hälfte die Familie über das Gesetz bzw. dessen fragwürdige Anwendung setzt, beschreitet der Film ein weiteres Mal Pfade, die nicht so ausgelatscht im Genre sind.

Glaubwürdige Story, spannende Action

Der inhaltlichen Frische steht auch die Inszenierung kaum nach. Rubin lässt die Geschichte langsam anlaufen und gibt erst zum Ende hin Gas, ohne irgendwann zu übertouren. Damit bleibt es glaubwürdig. Und auch, wenn wir hier keine allgegenwärtigen Hollywood-Gesichter sehen, so darf ebenso der Cast zur Habenseite der Produktion gerechnet werden. Und selbst die wenig glänzende Kulisse des nordamerikanisch ländlichen Gebietes passt sich gut ins Gesamtbild ein. Eine wenig spektakuläre, aber dafür umso glaubwürdigere und auch spannende Produktion.

Semper Fi


Genre: Action; FSK: 12 Jahre; Laufzeit: 104 Minuten; Verleih: Ascot; Regie: Jai Courtney, Nat Wolff, Finn Wittrock, Henry Alex Rubin; USA 2019