Der Fall ist tief. Eben noch privilegiertes Kind der wohlhabenden Kolonialherrenschicht in Indien, findet sich Mary als Waise im kühlen Nordengland wieder. Das Anwesen des Onkel ist ihr neues Zuhause.

Von Indien nach England

Heimisch fühlt sich die Zehnjährige jedoch bei weitem nicht. Nicht nur, weil Hausdame Mrs. Medlock jedwede Dienstbeflissenheit fehlen lässt, sondern auch, weil Lord Archibald Craven ein unnahbarer Typ ist, der dem Mädchen zudem den Umgang mit ihrem Cousin verbietet. Aber, wie Kinder nun einmal sind, setzen sie sich über Anweisungen gern hinweg. Das bringt nicht nur Mary und Colin näher. Die beiden entdecken auch einen geheimnisvollen Garten, der das ganze Gegenteil des düsteren, leeren, farblosen Hauses ist. Hier, inmitten üppiger Vegetation, geschehen wundersame Dinge. Und es erklären sich Rätsel, auf deren Lösung Mary und ihre neuen Freunde nicht zu hoffen gewagt hätten.
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Fernsehregisseur Marc Munden hat sich das Kinderbuch von Frances Hodgson Burnett gegriffen und dem Stoff eine filmische Neuinterpretation verpasst. Interessant dabei, dass man zwar inhaltlich eng bei der Vorlage geblieben ist, zeitlich die Geschichte aber um einige Jahrzehnte an die Neuzeit herangeschoben hat.

Schönste Gärten in voller Pracht

In Sachen Schwere des Inhalts ist man so immer noch knapp im neuen 20. Jahrhundert. Und da geht es um Verlust, Tod, den Platz im Leben. Mag auf den ersten Blick nicht wirklich ein originäres Kinder- bzw. Jugendthema sein. Doch die Filmemacher haben es sehr ordentlich verpackt. Denn was sie visuell auf die Beine stellen ist wahrlich Magie in Bildern. Englands schönste Gärten bzw. die wiederum schönsten Teile davon sind hier mit aller CGI-Pracht im Wortsinn zum Leben erweckt worden. Hier wird ganz klar die eher nüchterne Wahrheit mittels süßem Schein verabreicht. So mag der Unterhaltungsfaktor vielleicht nicht an erster Stelle kommen, aber eine wichtige Rolle spielt er allemal.

Der Geheime Garten


Genre: Fantasy/Drama; FSK: 6 Jahre; Laufzeit: 100 Minuten; Verleih: studiocanal; Regie: Marc Munden;Colin Firth, Dixie Egerickx, Richard Hansell; GB 2018