Auf diese Woche hat sich Antoinette besonders gefreut. Endlich ungestörte Zweisamkeit mit ihrem neuen Lover. Doch der Vater einer Schülerin der lebenslustigen Lehrerin sagt ab und verreist stattdessen mit der Familie.

Mensch und Tier finden zueinander

Um wenigstens ein wenig vom zu erwarteten Auszeit-Gefühl zu retten, bucht Antoinette ebenfalls eine Eselwanderung durchs französische Vorgebirge, dazu in der Nähe von Vladimir, in der Hoffnung, diesem rein zufällig zu begegnen. Doch der Start des Unterfangens ist alles andere als vielversprechend. Denn der Esel gehört zu den störrischsten Vertretern seiner Art.
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Zudem muss sich die liebestolle Lehrerin von der Wandercommunity allabendlich mehr als nur böse Blicke wegen ihres wenig moralischen Verhaltens gefallen lassen. Doch mit der Zeit finden Mensch und Tier zueienander. Antoinette entwickelt ein Gefühl für den Esel und der dankt es mit stoischem Zuhören, wenn seine Begleiterin ihr Leben beichtet.

Kein Happy End

Am Ende kreuzen sich dann natürlich die Wege der Turteltäubchen und die Geschichte findet ein akzeptables Ende. Caroline Vignal zögert diesen Augenblick natürlich so weit wie möglich hinaus, denn, man ahnt es, es wird kein happy End geben. Schülerinnen und deren Müttern den Vater/Mann auszuspannen gehört sich auch für einen aufgeklärten französischen Film nicht. Der Weg ist hier also buchstäblich das Ziel. Die Filmemacherin folgt ihrer Protagonistin und deren eigensinnigem Begleiter durchs verträumt-einsame Bergland. Dabei entwickelt sich die Handlung die meiste Zeit über - zwangsläufig - zum Monolog, wenn nämlich Laure Calamy als Lehrerin dem Tier ihr Leben und ihr Leid, aber auch ihre Freude berichtet.

Humor leicht und französisch

Der Zuschauer wandert also defacto die meiste Zeit als stiller Begleiter mit und bekommt neben dem durchweg unterhaltsamen Plot auch noch eine schöne Art der Urlaubsgestaltung vermittelt. Eseltouren sind in Frankreich schwer en vogue und durchaus für gestresste Zeitgenossen als prima Erholung empfohlen. Dabei wird’s in der Realität wie auch im Film wider Erwarten nicht langweilig. Entweder sorgt das Tier für schmunzelnde Momente oder der Mensch. Abwechslung jedenfalls ist garantiert. Und der Humor gehört zu jener leichten, französischen Art, weit weg von laut und prollig.

Mein Liebhaber, der Esel und ich


Genre: Komödie; FSK: o.A.; Laufzeit: 97 Minuten; Verleih: Capelight; Regie: Caroline Vignal; Laure Calamy, Benjamin Lavernhe, Olivia Côte; F 2020