Zumindest bis zu jener verhängnisvollen Nacht, als Franky 17 wird. Eigentlich war geplant, dass Priscilla bei ihm übernachtet. Doch am Morgen wacht er mit Ballas im Bett auf. Der ergreift die Flucht und nur kurze Zeit später muss der andere Häme, Spott und Homophobie erfahren. Dabei sind Frankys Erinnerungen an die Nacht andere, als sie sein einst bester Freund mehr oder minder zum besten gibt. Während sich einst Vertraute von ihm abwenden erfährt er aber auch Zustimmung, ja Zuneigung von anderen. Ausgerechnet Ballas Schwester gehört dazu.
Eine Coming-of-Age-Geschichte wie kaum eine andere. Denn die Jungs haben nicht irgendwie rumprobiert, wie manche in ihrem Alter das tun. Sie stehen plötzlich vor einer Entscheidung, die sie nicht treffen wollten. Und Franky trifft sie auch nicht. Er wird eher von den anderen gedrängt, möchte sich aber nicht wirklich bekennen. Die gewisse Ignoranz, mit der er seinen Hatern begegnet, nimmt dabei teils kuriose Züge an. Und auch das Verhältnis, das er mit Natasha eingeht, die eine ähnliche Situation wie er durchleben musste, liegt irgendwo zwischen Frust und Rache. Dabei bleibt der junge Mann stets freundlich, ja fast schon gelassen. Und diese immer noch unbekümmerte Art nimmt den Zuschauer über die gesamte Laufzeit mit. Dabei kommt die Inszenierung geradezu unspektakulär daher. Es bleibt immer ein wenig das Gefühl, man wohne der Geschichte als unbeteiligter Zeuge bei.
Keith Behrman gelingt dabei eine unglaublich authentische Figurenzeichnung. Nichts von dem, was zu sehen ist, wirkt irgendwie gekünstelt. Und mit Josh Wiggins steht ein junger Schauspieler im Focus, dem man die Höhen und Tiefen im Gefühlsleben eines Teenagers ohne weiteres abnimmt.
Genre: Drama; FSK: 12 Jahre; Laufzeit: 93 Minuten; Verleih: Eurovideo; Regie: Keith Behrman; Josh Wiggins, Darren Mann, Taylor Hickson; Cn 2019