Pater Peter sei der Beste, wird dem frisch vom Priester-Seminar kommenden Daniel versichert. Denn der erfahrene Exorzist hätte in seiner Laufbahn schon mehrmals dem Teufel persönlich gegenüber gestanden. Dass Peter bei seiner ersten Austreibung gleich seinen Mentor und das befallene Kind verlor, verschweigen die Lobeshymnen allerdings.

Der Dämon im Kinde

So kann sich Pater Daniel nicht wirklich erklären, warum sein künftiger Lehrmeister ihm gegenüber so schroff ist. Lässt ihn gleich beim ersten Zusammentreffen mit einem Dämon auflaufen um ihm danach zu demonstrieren, wie man es richtig macht. Daniel befindet sich da noch in der Probezeit und kann entscheiden, ob er mit dem anspruchsvollen wie unnahbaren Peter weiter zusammenarbeiten will.
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Er will und wird an seine Grenzen kommen. Denn schon wartet der nächste Fall. Es ist Charlie, ein Dreikäsehoch, der seine ganze Familie abgeschlachtet haben soll. Zumindest sind alle tot und Hinweise auf einen anderen Täter gibt es nicht. So befragt der Staat also - nein, nicht etwa einen Psychologen, sondern die Kirche. Bei der Untersuchung des Tatortes erscheinen Daniel Visionen, bei denen er sozusagen Augenzeuge der Morde wird. Ganz klar, ein Dämon treibt den Zwölfjährigen. Und den muss man loswerden. Doch es wird sich zeigen, dass das Kind eher noch das kleinere Problem ist.

Bekanntes aus dem Horror-Baukasten

Vorausgesetzt man glaubt an Dämonen und, dass sie von Menschen Besitz ergreifen können. Und ebenso vorausgesetzt, man glaubt daran, dass Priester sie austreiben können, ja dann ist man hier genau richtig. Denn Justin P. Lange gibt sich redlich Mühe, dem totgesagten Horror-Subgenre frisches Blut einzuträufeln. Die Mittel freilich sind begrenzt und so wird der zum gruseln bereite Zuschauer wenig neues erleben. Tiefe, drohende Sprache, unnatürlich Grimassen und sich verbiegende Kinder und schließlich solche, die an der Decke entlangkrabbeln. Dazu einige Jumpscares sowie blutige Szenen - aus dem Baukasten von Exzorzist und Omen hat sich Lange der üblichen Zutaten bedient.

Kruzifixe und flotte Bibelsprüche

Wer hier handelt und wieso das Böse im Anblick von Kruzifixen und flotten Bibelsprüchen das Weite sucht, bleibt ungeklärt. Man will ganz offensichtlich den mystischen Mantel nicht lupfen, da die Vorgänge natürlich mit Logik nicht zu erklären sind. So hält sich auch die Spannung in Grenzen für diejenigen, die nicht zur eingangs erwähnten Zielgruppe gehören. Daran kann auch Guy Pearce nichts ändern, der weit und breit das bekannteste Gesicht im Cast ist. Rein handwerklich ist das Horrorstück dann ganz ordentlich gemacht, weil auch die Spezialeffekte passen. Und es gibt eine veritable Überraschung zum Schluss. Insofern noch einmal, für Genrefans und solche, die es werden wollen lohnt sich ein Blick oder mehr.

The Seventh Day


Genre: Horror; FSK: 16 Jahre; Laufzeit: 87 Minuten; Verleih: Ascot; Regie: Justin P. Lange; Guy Pearce, Vadhir Derbez, Stephen Lang; USA 2021