Weil es mit der Ehe nicht gerade gut läuft und Susanna ein Engagement in Europa hat, zieht die Schauspielerin nebst Tochter und deutlich älterem Gatten nach Wales. Hier hat Theo ein einsames und hypermodernes Haus ausfindig gemacht. Einsam und verlassen auf einer Anhöhe.

Wahn oder Wirklichkeit?

Doch schon am ersten Abend zeigt sich, dass manche Dinge hier eigenartig sind. Beim Versuch, das Licht in den vielen Räumen zu löschen, gelangt Theo in immer wieder neue und lange Gänge. Inhalt und äußere Form des Anwesens scheinen nicht zueinander zu passen. Wie zur Bestätigung wird er dann beim einkaufen gefragt, ob er denn schon einmal die Winkel und Breite der Wände vermessen hätte.

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Dazu plagen den Pensionär nachts schreckliche Albträume, die sowohl mit seiner kleinen Tochter, dem Haus und der eigenen Vergangenheit zu tun haben. Schließlich ist sich Theo sicher, dass man nicht allein hier ist. Dies alles drückt die Stimmung. Um so mehr, als dass Susanna offensichtlich eine Affäre mit einem Kollegen hat. Die Situation spitzt sich dermaßen zu, dass sie davon fährt und er mitten in der Nacht mit der Tochter das Anwesen verlässt.

Gekonnt Zuschauern Angst gemacht

Amanda Seyfried und Kevin Bacon sind in der Tat ein eher ungewöhnliches Filmpaar. Doch der Altersunterschied ist bewusst gewählt, weil auch Teil der Geschichte. Diese zerfällt in eigentlich drei Handlungsstränge, die natürlich alle miteinander korrespondieren. Im Mittelpunkt dabei steht allerdings, dem Zuschauer Angst zu machen. Denn es ist schwer einzuschätzen, ob die Vorgänge im Haus real und Einbildung sind. Und David Koepp gelingt es durchaus, das Publikum bis knapp vor Schluss darüber im Unklaren zu lassen. Manchen vielleicht gar noch darüber hinaus. Um diese Ungewissheit auszunutzen, wird nicht nur mit reichlich dunklen Einstellungen gearbeitet, sondern ebenso mit Jump-Scares. So baut sich schnell eine allgemein bedrohliche Atmosphäre auf, die geschickt bis zum Finale gehalten wird. Und bis dahin sind Seyfreid und Bacon - defacto als Alleinunterhalter - sehr gut unterwegs. Ohne deren Ausstrahlung hätte der Streifen sicher viel an Stimmung verloren.

Du hättest gehen sollen


Genre: Horror; FSK: 16 Jahre; Laufzeit: 94 Minuten; Verleih: Universal; Regie: David Koepp; Kevin Bacon, Amanda Seyfried, Avery Tiiu Essex; USA 2020