Der Neue hat es nicht leicht. Denn Ezekiel „Zeke“ Banks will, braucht keinen Partner. Als Sohn des ehemaligen farbigen Polizeichefs hat er es mittlerweile schwer genug bei den Kollegen. Da hält sich sein Interesse, einen Frischling einzuarbeiten, arg in Grenzen.
Doch William Schenk kommt eigentlich zur richtigen Zeit. Denn einer von Banks Kollegen und wenigen Freunden wurde schrecklich zugerichtet tot aufgefunden. „Zeke“ will daher diesen Fall unbedingt haben und Schenk ist der einzige, der wirklich auf seiner Seite steht. Als es kurz danach einen weiteren toten Cop gibt, ebenso verstümmelt, zeigt sich, dass das Revier jeden Mann braucht, um des Polizisten-Mörders habhaft zu werden.

Wie einst Jigsaw

Der verwendet dazu ein allseits bekanntes und berüchtigtes Zeichen: Jene Spirale, die einst Jigsaw hinterlassen hat. Jener Killer, der mit seinen Opfern grausame Spiele spielte, bei denen sie zwischen Selbstverstümmlung oder Tod wählen konnten. Vor dieser Entscheidung standen die Polizisten wohl auch. Und alle eint, dass sie in der Vergangenheit das Gesetz mitunter recht eigenwillig ausgelegt haben.

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Jigsaw ist tot, doch das Sterben geht weiter. Mit „Spiral“ eröffnet Darren Lynn Bousman einfach ein neues Kapitel der Grusel-Story. Die hat mit der Geschichte derselben allerdings nur die perfide Vorgehensweise gemein, die Gepeinigten darüber entscheiden zu lassen, wie sehr sie am Leben hängen und was sie dafür bereit sind, zu opfern. Das sucht den Zuschauer in etwa alle Viertelstunde heim. Dann wird’s echt blutig, dank der modernen Spezialeffekte für manchen sicher bis an die Grenze.

Frankfurt (Oder)

Klassischer Cop-Thriller

Dazwischen ist „Spiral“ vor allem ein klassischer Cop-Thriller, der die Verfehlungen der einzelnen Beamten mit Hilfe von Rückblenden aufarbeitet. Die ganze Auflösung gibt’s dann erwartungsgemäß beim Showdown, der mit einem klassischen Cliffhanger zugleich auf eine Fortsetzung hinweist. Die könnte durchaus spannend werden, da ja dann der Serien-Mörder wie auch dessen Motive bekannt sind. Neben der logischen Auflösung des Ganzen ist ebenso Chris Rock in der Hauptrolle eine Überraschung. Denn bisher stand der Comedian ja vor allem auf der lustigen Seite des Filmlebens. Hier kommt er nicht nur älter, sondern passend auch ernster, ja wütender daher. Für Rock tun sich damit neue Karrierechancen auf.

Mehr Krimi als Grusel

Wer kann sollte zur 4K UHD-Version des Horror-Thrillers greifen. Denn der spielt dem Genre entsprechend vor allem in dunkler Umgebung. Hier punkten der hohe Kontrast und die grandiose Schwarzdarstellung des Streifens, der selbst bei ganz wenig Licht keine Details verschwinden lässt. Am Ende ein packender Film, der nicht wie die SAW-Originale zu sehr auf Grusel, sondern eher auf Crime setzt. Auf Grund der Detaildarstellungen ist die 18er Alterseinstufung gerechtfertigt.

SAW Spiral

Genre: Horror/Thriller; FSK: 18 Jahre; Laufzeit: 93 Minuten; Verleih: studiocanal; Regie:  Darren Lynn Bousman; Chris Rock, Max Minghella, Samuel L. Jackson; USA 2021