Wes ist die große Hoffnung der Whiton University. Denn der Junge ist ein richtiger Schwimm-Star, macht sich gar berechtigte Hoffnungen auf die Olympia-Teilnahme. Damit könnte er den Namen der Uni in die weite Welt tragen und für spendenfreudige Alumni sorgen. Allerdings feiert Wes gern und das gefährdet nicht nur seine sportlichen Erfolge, sondern auch sein Leben.

Erst übergriffig, dann tot

Denn nach einem Party-Blackout steht innerhalb der Verbindung und darüber hinaus im Raum, dass sich der Vorzeige-Sportler an einer Kommilitonin vergriffen haben könnte. Wohl nicht zum ersten Mal ein Fall wie dieser. Wes Schwester Ellery schwant nichts gutes. Und so will sie sich im Labor anhand einer DNA-Analyse Sicherheit verschaffen. Doch bevor das Ergebnis vorliegt, findet man den möglicherweise Verdächtigen festgetackert an einer Tür im Verbindungshaus.
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Die Campus-Police wie auch der Sheriff haben schnell einen Verdächtigen bei der Hand. Aber nicht nur die Beweislage ist schwierig. Auch der Umstand, dass jener Student alsbald selbst unfreiwillig das Zeitliche segnet, ist ein schlüssiges Indiz dafür, dass an der Whiton ein Killer sein Unwesen treibt. Für Dekan Van Horn war schon der tote Schwimmstar ein Desaster. Wenn aber nun nach und nach weitere Studenten gemeuchelt werden, droht der Schaden für die Uni immer größer zu werden. Dabei ist nicht so richtig klar, ob der Mörder wahllos zuschlägt oder einem System folgt.

Überraschung zum Schluss

Vielleicht hätte man es ahnen können, aber John Berardo hat die Geschichte ziemlich clever in Szene gesetzt, was den Aspekt des Motivs betrifft. Und so ist die Überraschung bei der Auflösung dann doch recht groß, zumal noch einer drauf gessetzt wird. Gekonnt. Aber nicht erst am Ende des blutigen Spektakels wird dem Zuschauer klar, dass es mit dem Werbeversprechen „Scream für die Generation Z“ nicht wirklich etwas auf sich hat.

Kein neues Scream

Das kann man an zwei Dingen sofort festmachen. Zum einen sind nach einer halben Filmstunde noch alle Beteiligten am Leben. Das ist keiner der Scream-Folgen jemals passiert. Dort war der Body-Count schon immer recht hoch. Und dann geht „Slayed“ komplett der Humor des Meuchel-Horrors ab, für den die Serie berühmt-berüchtigt gewesen ist. Berardo inszeniert bierernst in bester Thriller-Tradition, bis hin zur gelungenen und logischen Auflösung. Und auch die Vorgehensweise ist deutlich blutiger als beim vermeintlichen Vorbild. Dass mittendrin nicht alles nachvollziehbar ist und zu offensichtlich falsche Fährten gelegt werden, kostet allerdings einige Unterhaltungspunkte.

Slayed

Genre: Thriller/Horror; FSK: 16 Jahre; Laufzeit: 96 Minuten; Verleih: SquareOne; Regie: John Berardo; Lindsay LaVanchy, Lochlyn Munro, Gattlin Griffith; USA 2020