Es steht nicht gut um John Wick. Alle Welt gegen sich und kein Ausweg. Die Ausgangslage scheint eindeutig, das Ende auch. Denn selbst ein Meister-Killer wie Wick sollte sich kaum länger gegen eine ganze Gilde halten können. Insofern präsentiert uns die dritte Ausgabe des Action-Specktakels durchaus einige Wendungen und Überraschungen. Die kleinste dabei dürfte sein, dass es wohl weiter geht. Zu groß ist der Cliffhanger, der die 130 Minuten Spielzeit beendet. Bis dahin erlebt der Zuschauer vor allem eines: Shootouts, Martial Arts, Kämpfe und dies in wechselnder Reihenfolge. Wirkliche Dialogstrecken haben weder Keanu Reeves noch seine Mitstreiter zu bewältigen. Und auch die Storry ist bei Lichte besehen nicht wirklich vielschichtig. Sie dient lediglich als lockeres Verbindungsglied zwischen den ausufernden Action-Passagen. Keine Frage, besonders in der ersten Hälfte erfreuen sich diese einer sehenswerten Choreo, wobei vor allem die Ballerei später eher ermüdend wird. Der aberwitzige Bodycount überraschte vielleicht noch in Teil 1, konnte dies in den Nachfolger mitnehmen. Mittlerweile aber macht sich da zumindest ein wenig Eintönigkeit breit. Und es steht zu befürchten, dass das bei einer möglichen Fortsetzung nicht anders wird.
Dafür gibt es Abwechslung in Sachen Location. Weg von New York, teilweise zumindest und raus in die Welt. So entwickelt sich die Geschichte immer mehr zu einem eigenen Universum.
Erfreulich ist auch, dass die 4K-UHD des Actioners ein fantastisches Bild auf den Screen zaubert. Gerade, weil die meisten Szenen nachts oder im dunkeln spielen, werden die Betrachter die Detailfülle, die immer noch zu erkennen ist, zu schätzen wissen. Dazu sorgen tolle Lichteffekte vor tiefstem Schwarz für kontrastreiche Bilder. Letztlich reiht sich da der Ton ein. Knackig, raumfüllend, basstark, bringt er ans Ohr, was an Action zu sehen ist.
Genre: Action; FSK: 18 Jahre; Laufzeit: 130 Minuten; Verleih: Concorde HE; Regie: Chad Stahelski, Halle Berry, Laurence Fishburne; USA 2019