Er ist so groß, dass man seinen Anfang und sein Ende nicht sehen kann. Und zumindest Teile vom Kometen Clark werden auf die Erde stürzen. Folgen wie beim Aussterben der Dinosaurier sind wahrscheinlich, ein Überleben der Menschheit weniger - bis auf wenige Ausnahmen. Doch auch die Auserwählten sind noch lange nicht in Sicherheit.

Keine Rettung für chronisch Kranke

Diese Einsicht ereilt John Garrity ebenso plötzlich wie er und seine Familie sich ohne Vorahnung zu jenen zählen durften, die an einen geheimen Ort gebracht werden sollten. Doch beim letzten Check an einer Air Base kommt das kategorische „No“. Sohn Nathan ist Diabetiker, für chronisch Kranke gibt es keine Rettung.
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Und es kommt noch schlimmer. Denn Frank, Frau und Kind werden voneinander im Chaos getrennt. Man wolle sich beim Opa treffen, so die letzten Worte. Und dorthin schlägt sich dann jeder auf seine Art durch. Garrity hat von Piloten gehört, die von Kanada aus nach Grönland fliegen. Dort soll es Überlebensbunker geben. Bis es soweit ist, erfährt die Familie Überlebenskampf pur. Denn die gesellschaftliche Ordnung hat sich längst aufgelöst.

Kometen und andere Katastrophen

Hm, mitten in der Pandemie ein Film, bei dem die nahe Auslöschung weiter Teile der Menschheit in Aussicht gestellt wird, ist sicher nicht jedermanns Sache. Andererseits könnte man es auch insofern positiv sehen, dass es also noch viel schlimmer kommen könnte. Das Szenario in einer zumindest ein wenig ähnlich angespannten realistischen Lage verleiht dem Katastrophenfilm von Ric Roman Waugh jedenfalls ein besonderes Flair. Auch, weil viele Dinge, die man hier in Folge des nahenden Unheils erlebt, mitnichten mehr als reine Fiktion wahrgenommen werden.

Fast wie Armageddon 2.0

Abseits von solchen Befindlichkeiten haben wir es jedoch mit einem erstklassigen Vertreter seines Genres zu tun. Ein wenig wie „Armageddon 2.0“, denn alle Versuche der Verhinderung des Unheils sind ja gescheitert. Nun heißt es eben, rette sich wer kann - und wer noch gebraucht wird. Denn die Selektion, wer leben darf bzw wohl sterben muss, ist gnadenlos rational ausgerichtet. Auch das kennen wir mittlerweile ein wenig aus eigenem Erleben. Darüber hinaus bedient sich die Handlung der eher typischen Zutaten. Hier wird der Zuschauer eher weniger überrascht.

Spannender Thriller, optisch gut umgesetzt

Die Geschichte ist spannend, kurzweilig und punktet denn auch mit einigen Wendungen, wenngleich kaum jemand ein anderes Ende erwarten wird, als Waugh zu bieten hat. Ausgerechnet hier leistet sich der Regisseur dann leider einen ziemlichen Schnitzer in Sachen Logik, was aber das Gesamtergebnis nicht zu schmälern vermag. Zudem wurde das Spektakel optisch und technisch sehr gut umgesetzt, was sicher auch den Produzenten zu verdanken ist, die schon bei Angel has fallen für staunende Gesichter gesorgt haben.
In Sachen Altersfreigabe sei insofern Vorsicht geboten, als dass bei jüngeren Zuschauern das realistische Setting eingebettet in die heutige Gesamtsituation vielleicht etwas zu wirklichkeitsnah ankommen könnte.

Greenland


Genre: Action; FSK: 12 Jahre; Laufzeit: 120 Minuten; Verleih: Tobis; Regie: Ric Roman Waugh; Gerard Butler, Morena Baccarin, Roger Dale Floyd; USA 2020