Weil die Zeitung, bei der Laurie ein erfolgreiches Praktikum absolviert, künftig mit Influencern zusammenarbeiten will, wird aus der Zeitanstellung kein fester Job. 20 000 Follower müsste sie schon haben, lässt man die junge Frau wissen. Clara hat ein vielfaches davon und bekommt nun neben ihren Werbeauftritten auch noch die Kolumne, die Laurie so gern betreut hat.

Nur die Follower zählen

Doch die Beauty-Blondine kann sich zwar gut vor der Kamera positionieren, aber nicht wirklich schreiben. Ein mehr als großer Zufall bringt die beiden Girls zu einander und siehe da, es ergeben sich Synergien. Laurie schreibt die Zeitungsartikel und Clara nimmt sie dafür immer mal wieder mit auf Fotos und zu Empfängen. Eine echte Win-Win-Situation. Denn der BFF-Beitrag kommt bei Bossen und Lesern gut an, im Gegenzug legt auch Clara ordentlich bei den Followern zu.
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Einzig Elizabeth, die Mitbewohnerin der Schreiberin, sieht den beidseitigen Aufstieg mehr als kritisch. Denn für die überzeugte Feministin ist der Erfolg auch nur ein Ausdruck der Unterdrückung durch die Männer. Und deshalb lehnt sie alles ab, was der eigenen Karriere förderlich sein könnte. Clara hingegen findet Gefallen am rebellischen Tun und gibt ihrem Protest Ausdruck, indem sie sich nicht mehr die Achseln rasiert. Das wiederum kommt bei den Kosmetik-Werbepartnern gar nicht gut an. Und so neigt sich die eine Karriere dem Ende entgegen, währen eine andere unaufhaltsam in immer neue Höhe zu wachsen scheint.

Von Social Media bis Sex

Mélanie Charbonneau packt in ihre Komödie alle Bestandteile, die das Leben einen weiblichen Twens heutzutage beeinflussen. Karriere, Social Media, Selbstbestimmung, Freundschaft, Konkurrenz, Liebe und Sex. Mehr geht eigentlich nicht. Was anfänglich nach Überfrachtung aussieht, ordnet sich im Laufe des Geschehens aber durchaus zu einem fast homogenen Ganzen. Um die Geschichte ans Laufen zu bekommen, müssen zwar zu Beginn einige eher unglaubliche Zufälle ran, dann aber funktioniert es fast von allein. Mitunter zu gut, denn die Entwicklung ist ab einem bestimmten Punkt vorhersehbar. Zumal Charbonneau wirkliche Konflikte scheut.

Perfekt für den Mädelsabend

Zu Gute halten muss man der Regisseurin aber, dass sie bei der Wahl der Darsteller wirklich die Breite bedient. „Girls Like Us“ als Titel trifft es auf den Punkt. Denn alle drei Schauspielerinnen sind echte Durchschnittstypen, von denen sich wohl jede Frau angesprochen fühlen kann. Auch die An- und Einsichten dürften als durchaus massenkompatibel angesehen werden. Hier wird die Mehrzahl des weiblichen Zielpublikums sicher abgeholt. So plätschert die Geschichte im besten Sinne des Wortes dahin. Perfekt geeignet für einen lockeren Mädelsabend.

Girls Like Us

Genre: Komödie; FSK: 12 Jahre; Laufzeit: 105 Minuten; Verleih: Lighthouse; Regie: Mélanie Charbonneau; Noémie O’Farell, Juliette Gosselin, Mounia Zahzam; Ca 2019