Die Belgier haben es, die Amis brauchen es: Uran. Doch wie das geheimnisvolle Material von Belgisch-Kongo über den von der Nazi-Marine verseuchten Atlantik bringen? Es gibt da eine Truppe von Widerstandskämpfern, die ist für ihre abenteuerlich-halsbrecherischen Aktionen berühmt-berüchtigt. Wenn, dann können nur die das schaffen.

U-Boot fahren leicht gemacht

Ein U-Boot ist dabei das Mittel der ersten Wahl, ein deutsches dazu. Doch nur leider hat noch nie jemand von Stans Leuten in solch einer Röhre gesessen, geschweige denn, sie selbst gesteuert. Ein gefangener Kapitän soll den Leuten per Crashkurs das Wichtigste beibringen. Allerdings verkürzen sich die eingeplanten drei Wochen wegen des Auftauchens einer deutschen Armada auf wenige Tage. Wenn man nicht sterben will, heißt es abtauchen. Learning by doing ist das Gebot der Stunde.

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Bevor die Wellen über dem Stahlkoloss das erste Mal zusammenschlagen hat Sven Huybrechts schon ein wenig die Crew vorgestellt. Allesamt schräge Typen mit besonderem Hass auf die deutschen Aggressoren. Bereits in der Einführungsrunde legt der Filmemacher seine Karten auf den Tisch. Seine Inszenierung erinnert nicht von ungefähr an Tarantinos „Inglourious Basterds“. Vor einem realen historischen Hintergrund wird die Handlung, teils bis zur Satire verzerrt, brutal in Bild- und Wortsprache umgesetzt.

Der Humor schwarz, die Szenen blutig

Die Deutschen auf der einen Seite als die hinterhältigen und blutrünstigen Schlächter, die weder Mitleid noch Rücksicht kennen, andererseits aber auch die Pappkameraden, die sich von den Helden des Widerstandes aus der Hüfte heraus abballern lassen. Aber auch die gehen nicht gerade zimperlich vor, getreu dem Motto Aug’ um Aug’. Eingebettet wird dies alles in tiefschwarzen Humor. Allerdings bleibt so manches Mal das Lachen auch in Halse stecken.
Wohl erst die Überspitzung macht es möglich, dass der Zuschauer hinterher ohne schlechtes Gewissen behaupten kann, sich gut unterhalten gefühlt zu haben.

U-235


Genre: Action; FSK: 16 Jahre; Laufzeit: 103 Minuten; Verleih: Eurovideo; Regie: Sven Huybrechts; Thure Riefenstein, Koen De Bouw, Joren Seldeslachts; B 2019