In Pikeville möchte kaum jemand sein. Auch Susan nicht. Nur ihre beiden Kinder sowie ihre Drogenabhängigkeit halten die junge Frau hier irgendwo im Nirgendwo mitten in Kentucky. Dahin wird Mark Putnam versetzt. Der FBI-Mann hat allerdings einen konkreten Auftrag. Er soll Banküberfälle aufklären und künftige verhindern.

Äffäre zwischen FBI-Agenten und Informantin

Bei seinen Ermittlungen gerät auch Cash ins Visier, der Ex von Susan. Obwohl getrennt, leben die beiden immer noch im gleichen Trailer. Der wird immer wieder zum Ort wilder Drogenpartys. Daher droht für Cash, der immerhin für Geld sorgt, Knast. Das muss die junge Mutter um ihrer selbst und der Kinder wegen verhindern. Sie nimmt das Angebot von Putnam an, als Informant tätig zu sein. Denn Cash’s Bruder scheint nicht ganz unbeteiligt an den Überfällen. Nicht nur, dass Susan Geld für ihre Dienste vom FBI-Agenten erhält, sie beginnt auch eine Affäre mit dem verheirateten Mann. Spätestens, als die komplette Beziehung zwischen beiden öffentlich wird, kündigt sich die folgende Katastrophe an.

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Auf die verweist Phillip Noyce bereits in der Eingangssequenz seines Thriller. Allerdings kann der Zuschauer da noch recht wenig mit anfangen. Und auch das Voice Over von Susan scheint vor allem dazu angetan, den Betrachter vom eigentlichen Ausgang abzulenken. Dabei beruht die Geschichte auf wahren Tatsachen.

Alles, was zu einem spannenden Krimi gehört

Die sind wahrscheinlich außerhalb des Bundesstaates unbekannt oder längst vergessen. Und immerhin ist die Story durchaus auch nicht alltäglich, was eine Verfilmung rechtfertigt. Wenn sich Noyce, der durchaus schon bemerkenswerten Hollywood-Produktionen vorstand, nur nicht von der Verschlafenheit Pikevilles hätte anstecken lassen. Denn das Tempo des Plots ist mehr als gemächlich. Dabei hat der alles, was zu einem guten Kriminalfall gehört. Doch so richtig Schwung will nie reinkommen.

Kein Vergleich zu Games of Thrones

Insofern ist es ein großes Verdienst von Emilia Clarke, dass die mit ihrer Darstellung der Susan die Zuschauer bei Laune hält. Und dies durchaus unter Opfern. Denn ihre Rolle ist keineswegs so glamourös angelegt wie seinerzeit in The Games of Thrones. Typen, Lebensumstände und Verhaltensweisen machen ganz klar das Milieu aus, in dem sich die Hauptpersonen bewegen. White Trash nennen das die Amis, die weiße Unterschicht, die aus dem Teufelskreis von Arbeitslosigkeit, Drogenmissbrauch und Kriminalität nicht auszubrechen vermag.

Above Suspicion


Genre: Thriller; FSK: 16 Jahre; Laufzeit: 104 Minuten; Verleih: Leonine; Regie: Phillip Noyce; Emilia Clarke, Jack Huston, Sophie Lowe; USA 2019