22 Jahre jung ist Thom ein viel gefragter Ingenieur. Firmen überbieten sich mit lukrativen Jobangeboten. Doch den Zuschlag erhält eine vermeintliche Kunsthändlerin, die den jungen Mann mit einer abenteuerlichen Geschichte lockt.

Dem Gold von Drake auf der Spur

Lorraine arbeitet im Auftrag von Walter, einem Schatzsucher. Der ist dem legendären Gold von Freibeuter Francis Drake, das dieser den Spaniern abgenommen hat, ganz nah. Die Koordinaten dafür befinden sich auf drei Münzen, die Walter schon in den Händen hielt, bevor ihm die Schatulle von der spanischen Küstenwache wieder abgenommen wurde. Der Schlüssel zum Reichtum liegt seitdem in der Bank von Spanien, mitten im Zentrum von Madrid. Sowohl das Geldhaus wie vor allem auch dessen Tresor gelten als absolut einbruchssicher.
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Neben High-Tech setzen die Madrilenen vor allem auf einen fast einhundert Jahre alten Schließ- und Schutzmechanismus, dessen Wirkungsweise im Prinzip unbekannt ist. Und hier kommt Thom ins Spiel. Der soll anhand der wenigen Daten einen Plan entwickeln, wie man erst an die Münzen gelangen und dann entkommen kann. Das Zeitfenster dafür ist denkbar knapp. Denn nur während des Endspiels der Fußball-WM gibt es genügend Ablenkung rund ums Bankgebäude, um den Job zu vollenden.

Live-Athmosphäre beim Coop

Banküberfälle und Einbrüche lieben die Drehbuchschreiber. Hier kann man seiner Fantasie freien Lauf lassen. Was nicht bedeutet, dass im Thriller-Subgenre Heist es besonders vielfältig zugehen würde. Insofern gebührt dem Team um Regisseur Jaume Balagueró das erste Lob. Denn die Geschichte, gesponnen vom Piraten Drake bis zur Fußball-WM in Südafrika, als Mischung aus futuristischen Gadgets und Steampunk-Technik, gefällt schon ob der Gegensätze und Ideen.

Spannend und temporeich

Dass es dazwischen nicht immer logisch zur Sache geht, geschenkt. Denn Balagueró inszeniert abwechslungs- und temporeich. Mit einigen netten Einfällen wird zudem die Spannung immer wieder aufgefrischt und zudem darf es ein wenig menscheln. Nicht zuletzt setzt der Regisseur auf einen zwar nicht berühmten, aber einigermaßen bekannten Cast. Freddie Highmore, Sam Riley, Liam Cunningham verleihen der Produktion Größe, während Axel Stein mal in einer ernsteren Rolle zu sehen ist. Dazu wird das Geschehen - wo notwendig - in Sachen Spezialeffekte sehr ordentlich aufgepeppt.

Crime Game

Genre: Thriller; FSK: 12 Jahre; Laufzeit: 118 Minuten; Verleih: Square One; Regie: Jaume Balagueró; Freddie Highmore, Astrid Bergès-Frisbey, Sam Riley; Sp 2021