Arbeit ist das beste Mittel der Ablenkung. Daher tritt Tessa einen Praktikanten-Job bei einem Buchverlag an. Hier hofft sie über die Enttäuschung mit Hardin hinweg zu kommen. Das Vorhaben hält genau einen Tag bis zur Mitte einer Party. Nach mehreren „Sex on the Beach“ ist der Blondine nach selbigem und sie ruft den Bad Boy an.

Schatten der Vergangenheit

Der fühlte sich ohnehin missverstanden und ergreift die Chance beim Schopfe, mit der immer noch geliebten Flamme einen weiteren Versuch zu starten. Auch wenn beide am nächsten Morgen auf die vergangenen Nacht als eine Art One-Night-Stand zurückblicken, ist da eben doch noch mehr. Nach ein wenig Anstandsgehabe zieht Tessa tatsächlich bei Hardin ein, sehr zum Gefallen von dessen Mutter, die sich keine bessere Schwiegertochter vorstellen kann.
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Doch längst ist nicht wieder alles im Lot zwischen den Turteltäubchen. Es gibt weiter unausgesprochene Konflikte aus der Vergangenheit. Dazu machen wiederkehrende Albträume den jungen Mann zunehmend labil. Und schließlich sorgt der geradezu kometenhafte berufliche Aufstiegt der jungen Frau für weitere Stolpersteine. Nicht nur, dass sie eine neue Stelle im entfernten Seattle angeboten bekommt, dorthin soll sie zudem mit Trevor gehen, einem ebenso jungen wie gutaussehenden Kollegen. Die zweite Chance für die Liebe ist so zwar da, aber weder Tessa noch Hardin greifen beherzt zu.

Mehr Leidenschaft, Gefühl & Sex

Nachdem sich das Zielpublikum - weiblich zwischen 16 und 24 Jahren - wohl recht unzufrieden ob der zugeknöpften Filmumsetzung von Anna Todds ersten Teil ihres Bestseller zeigte, hat sich die Autorin nun persönlich um die Fortsetzung gekümmert. Todd verfasste das Drehbuch und ist auch als Produzentin im Spiel. Es sollte mehr Knistern, so die Kurzfassung des Anspruchs an Teil 2. Konkret musste der Anteil an Leidenschaft, Gefühl und Sex deutlich erhöht werden. Zumindest letzteres kann eindeutig bejaht werden. Josephine Langford und Hero Fiennes Tiffin kommen im Prinzip aus den Federn kaum noch raus bzw. wechselt die Betten wo es geht, sind aber auch bei anderen Orten nicht zimperlich.

Nur bedingt jugendfrei

Da fragen sich allerdings auch aufgeklärte Zeitgenossen, wie es dennoch zur Altersfreigabe 12 gekommen ist. Nun ja, wir kennen ja die Amis, große Klappe... Zu sehen gibt es nämlich nüscht. Allerdings reizt die deutsche Synchronfassung das F-Wort ziemlich aus und auch sonst ist die Sprache nur bedingt jugendfrei. Insofern seien also Eltern von unter (zumindest) 14-jährigen vorgewarnt. Das gilt auch irgendwie für den teils exzessiven Gebrauch von Genussmitteln - komisch, hier ist man eigentlich jenseits des Atlantiks deutlich zimperlicher.

Auf Hochglanz gestylt

Und inhaltlich? Das Drumrumgerde um Freigaben und Sprache lässt es erahnen, viel bleibt nicht außerhalb der Laken. Sie streiten sich, sie versöhnen sich, sie lieben sich. Handlungsorte und Personen wechseln. Wer Teil Eins nicht kennt wird viele gar nicht zuordnen können. Andererseits braucht es aber auch nicht wirklich eingehendere Erklärungen, um die Schmonzette verstehen zu können. Alles ist auf Hochglanz gestylt, junge, schöne Menschen, die in jeder Lebenslage einfach gut aussehen - kein Wunder, dass sich viele in solch eine Welt wegträumen wollen.

After Truth


Genre: Drama; FSK: 12 Jahre; Laufzeit: 105 Minuten; Verleih: Constantin; Regie: Roger Kumble; Josephine Langford, Hero Fiennes Tiffin, Dylan Sprouse; USA 2020