Zusammen mit seinem neunjährigen Sohn landet Cheng in der finnischen Pampa. Er ist auf der Suche nach einem Freund. Doch die Einheimischen verstehen den Chinesen nicht wirklich und kennen den Gesuchten auch nicht. Bei Sirkka finden die Gestrandeten Unterkunft. Der Beginn einen kochenden Leidenschaft.

Vom Herd zum Herz

Denn die junge Frau betreibt einen größeren Imbiss, in dem sie typisch finnische Landkost serviert. Den Einwohnern schmeckts. Den Chinesen nicht. Eine Busladung voll steht nämlich eines Tages vor der Tür. Da springt Cheng ein. Schließlich hat er in Shanghai ein gut gehendes Restaurant geführt und weiß, wonach seinen Landsleuten gelüstet. Vor allem in der Ferne. Und da der Koch ohnehin nichts weiter zu tun hat, hilft er fortan immer in der Küche. Der Imbiss wird so mehr und mehr zum chinesischen Restaurant, das seinen guten Ruf weit über die Ortsgrenzen hinaus ausdehnt. Und wenn’s am Herd klappt, dann auch im persönlichen Leben. Schließlich ist Cheng Witwer und Sirrka Single.

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Nicht, dass Mika Kaurismäki irgendwann während der knapp zwei Stunden so getan hätte, als sei die Liebeswendung eine Überraschung. Schon beim eher unwirklichen ersten Zusammentreffen von Finnin und Chinesen schwant dem Zuschauer, wohin die Reise gehen wird. Was ein Bus voller Chinesen irgendwo im finnischen Nirgendwo zu suchen hat, erklärt der Regisseur ebenso wenig. Auch nicht, warum immer mehr kommen. All dies ist nur Mittel zum Zweck, Koch und Köchin zusammen zu bringen.

Von der Globalisierung zum Feel-Good-Movie

Die Zeit zum Finale verbringt der Regisseur dann aber damit, dass er die Koch-Kulturen aufeinandertreffen lässt und noch nebenbei so über andere Eigenarten der einen und der anderen Seite aufklärt. Anna-Maija Toukko und Pak Hon Chu scheinen dabei noch die „normalsten“ Protagonisten am Set. Denn neben den beiden Hauptdarstellern hat sich der Regisseur vor allem für Typen entschieden, die typische - aber für Fremde - dann doch teils absonderliche Dinge tun. Kaurismäki verpackt so das Thema Globalisierung gekonnt in ein Feel-Good-Movie, das tatsächlich nur gute Laune hinterlässt.

Master Cheng in Pohjanjoki


Genre: Unterhaltung; FSK: o.A.; Laufzeit: 114 Minuten; Verleih: MFA+; Regie: Mika Kaurismäki; Pak Hon Chu, Anna-Maija Tuokko, Lucas Hsuan; Fi/CH 2019