Riley und Chris sind verliebt bis über beide Ohren. Daran ändert auch nichts, dass ihre Eltern ihn nicht so wirklich passend finden. Das Problem sollte sich ohnehin von selbst erledigen, da die junge Frau an einer entfernten Elite-Uni angenommen wurde.

Love zwischen Dies- und Jenseits

Doch der Split kommt bereits vorher. Denn bei einem Autounfall stirbt der junge Mann, Riley wird nur leicht verletzt. Als sie aus dem Koma erwacht ist der Freund nicht mehr da. Aber er ist auch nicht wirklich weg, sondern steckt in einer Zwischenwelt fest. Hier merkt er, dass er zwar für alle anderen unsichtbar ist, doch seine Freundin kann ihn hören und spüren, sobald sie sich mit Dingen beschäftigt, die die beiden verbunden hat.
Beide können irgendwie mit der Situation umgehen. Doch je länger sie andauert, desto schlechter geht es dem Mädchen. Es scheint fast so, als wichen beim Umgang mit der Welt der Toten auch ihre Lebensgeister. Chris merkt, dass es Zeit für einen endgültigen Abschied ist.

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Was für ein Taschentuch-Alarm, als Sam in der letzten Szene von „Ghost“ plötzlich Kontakt zu Molly aufnehmen konnte. Ein letztes Lebewohl zwischen den Welten. Das ist nunmehr 30 Jahre her. Scott Speer setzt im Prinzip an dieser Stelle an und versucht, eine Fernbeziehung zwischen Dies- und Jenseits zu etablieren. Damit wagt er sich natürlich weit über die Grenzen des tatsächlich Machbaren hinaus, was alle Erklärungen sehr umständlich gestaltet. Mit einem Sidekick in der Zwischenwelt versucht der Regisseur zwar, die Handlung komplett auf eine andere Ebene zu heben, geht aber auch diesen übernatürlichen Weg nicht konsequent zu Ende.

Kein Ersatz für „Ghost“

So bleibt am Ende eine auf tragische Weise gescheiterte Teenager-Liebe und der Versuch, ein wenig Glanz von einem ganz großes Stück Kino-Geschichte abzustauben. Für die nach „Ghost“ Geborenen sicher eine ganz nette Liebesschmonzette, für alle anderen leider kein Ersatz oder gar eine Fortsetzung des tränenreichen Spektakels.

Endless


Genre: Drama; FSK: 12 Jahre; Laufzeit: 95 Minuten; Verleih: Eurovidio; Regie: Scott Speer; Alexandra Shipp, Nicholas Hamilton, DeRon Horton; USA 2020