Ein Blick im Halbdunkel hatte genügt. Denn schon beim zweiten Zusammentreffen war Georgie Lu verfallen. Das angebotene Bier tranken sie hinterher im Hotel und holten auch die gegenseitige Vorstellung nach. Das war der Beginn einer großen Liebe und das Ende eines großen Dramas.

Naturbursche und ältere Frau

Denn die entrückte Erscheinung des Naturburschen, der da in den Gewässern von Georgies Partner illegal fischt, kommt nicht von ungefähr. Lu hat eine schwere Zeit hinter sich, einen großen Verlust und eigentlich will er nur weg. Natürlich weiß er genau, wo er schwarz Beute macht und mit wem er sich da eingelassen hat. Es ist irgendwie auch Teil der Wiedergutmachung an sich selbst.
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Aber die Liebe zur älteren Frau ist dann doch intensiver als gedacht. Von beiden Seiten. Das wiederum bringt Widerstände mit sich. Und so beschließt Lu, der Sache ein Ende zu machen. Er durchquert das halbe Land, um auf einer abgelegenen Inselgruppe seinen Seelenfrieden zu finden. Georgie allerdings will sich mit dem plötzlichen Abschied nicht abfinden. Zu ihrer Überraschung erhält sie bei der Suche unerwartete Hilfe.

Von Lovestory über Drama bis Thriller

Gregor Jordan verfilmt den Bestseller von Tim Winton als eine Mischung aus Liebesromanze, Drama und Abenteuer. Dabei ordnet er dem Hauptstrang, der Lovestory, den des Dramas, das sich in der Vergangenheit abgespielt hat, unter. Geschickt wird dieser Subplot häppchenweise in Rückblenden erzählt. Genauer gesagt vor allem in Gesangseinlagen aus der Vergangenheit. So wundert auch der Originaltitel „Dirt Music“ nicht. Derart verwoben ergeben sich teils sogar Thriller-Elemente, denn natürlich hat das Geschehen von einst mit dem in der filmischen Gegenwart zu tun.

Emotionen ohne Kitsch

So braut sich in der Hitze West-Australiens im wahrsten Sinne des Wortes ein Unwetter zusammen, das sich, zumindest für den aufmerksamen Zuschauer, aber nicht mit einem Donnerschlag entlädt. Dennoch, die Stimmung ist sehr authentisch und Jordan schafft sehenswerte Emotionen in die Handlung zu bringen, ohne dass es kitschig wirkt. Mit Garrett Hedlund und Kelly Mcdonald sind zudem durchaus bekannte Gesichter mit von der Partie. Alles in allem ein sehenswert und mit tollen Bildern erzählter Liebesroman.

In deinen Armen


Genre: Drama; FSK: 12 Jahre; Laufzeit: 105 Minuten; Verleih: Koch; Regie: Garrett Hedlund; Kelly Macdonald, Garrett Hedlund, David Wenham; AUS 2019