Auf einem ihrer Beutezüge durch England nehmen die Wikinger im 9. Jahrhundert Uhtred, den Sohn eines sächsischen Adligen, als Gefangenen mit. Der Junge wächst bei Ragnar auf, der wie ein Vater zu ihm ist. Als der jedoch von den eigenen Leuten ermordet wird, kehrt Uhtred heim in ein Land, das sich zu finden versucht. Der junge Mann muss allerdings seine Interessen durchsetzen. Denn statt ihm hat sein Onkel Land wie auch Titel inne. Für den ist er ein Däne, für die der Mörder von Ragnar.

Zwischen England und Wikingern

Uhtred wird am Hof von König Alfred ein wichtiger Berater. Denn der Herrscher will England einen und stark gegen die Wikinger sein. Doch anders als auf dem Schlachtfeld steht man sich im Palast nicht mit offenem Visier gegenüber. Ränkespiele um Macht und Deutungshoheit bedrohen ein ums andere Mal Wessex mehr als die Nordmänner. Für Uhtred ist es schwer, einen Platz zu finden, gilt er doch bei vielen weiterhin als Däne. So nimmt er sich eine Frau und versucht von deren Heimathof aus, seine Ziele zu verwirklichen. Als Alfred schließlich stirbt scheinen dessen Bemühungen und Erfolge bedroht. Wiederum ist es Uhtred, der die ehemaligen Gefolgsleute zusammenhalten muss. Mittlerweile hat er selbst schon erwachsene Kinder. Doch die Aufgaben sind irgendwie die gleichen geblieben.
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Mit der vierten Staffel von „The Last Kingdom“ spannt sich der Bogen der Geschichte über mittlerweile mehrere Jahrzehnte. Und obwohl die Handlung auf die etwa gleichen Bausteine setzt, wird die Story nicht langweilig. Geschickt setzten die Serienerfinder - die sich auf die Romane von Bernard Cornwell stützen - wie auch die Regisseure vor allem auf Authentizität. Man zeigt nicht nur das Leben im sich entwickelnden England, sondern schaut auch auf den Alltag. Kämpfe oder gar Schlachten sorgen zwar für die Actionpart, beherrschen aber nicht das Geschehen. So wird der Zuschauer mitten in die damalige Zeit versetzt, lernt Leben, Gebräuche, Liebe und auch Umgang kennen sowie Sprache.

Besser als Games of Thrones oder Vikings

Das unterscheidet die Serie klar von der Konkurrenz „Game of Thrones“ und auch „Vikings“. Bei ersterer ist das Mittelalter-Setting ohnehin nur Mittel zum Fantasy-Zweck. Bei letzterer konzentriert sich das Geschehen vor allem auf die Wikinger-Marksteine Kampf, Opfer und Riten. Wer echt an der Zeit und Location interessiert ist, erhält hier sehr unterhaltsam die wohl tiefsten Einblicke, wie sich das Leben seinerzeit gestaltet hat. Gleichwohl kommen die Macher dennoch nicht an gewissen Stereotypen vorbei. Zum einen ist nicht wirklich bewiesen, dass die Nordmänner über und über tätowiert gewesen sind. Und auch im mittelalterlichen England hat mal die Sonne geschienen. Mitunter verfestigt sich nämlich der Eindruck, der Spätwinter wird direkt vom Herbst abgelöst.

Netflix zieht den Stecker

Derzeit wird an Staffel 5 gedreht. Diese könnte jedoch zugleich auch das Finale sein. Denn wie von verschiedenen Seiten vermeldet wird, soll es laut Netflix keine weitere Fortsetzung geben. Das ist insofern nicht ganz erklärlich, da es seitens der Romanvorlage bereits 13 Bände gibt, der fünfte Durchlauf aber bei Band zehn endet. Die neue Staffel soll voraussichtlich im kommenden Jahr zu sehen sein. Fans haben also alle Zeit der Welt, sich die bisherigen rund 40 Folgen in Ruhe anzuschauen, die derzeit auch als Gesamtpaket auf BluRay und DVD zu haben sind.

The Last Kingdom Staffel 1-4


Genre: ActioN, FSK: 16 Jahre; Laufzeit: 2100 Minuten; Verleih: Capelight; Regie: diverse; Alexander Dreymon, Emily Cox, David Dawson; GB 2015 - 2020