MI6-Agent Martin Baxter hat schon bessere Zeiten erlebt. Nach einem desaströsen Auftrag, bei dem es in der Ukraine auch Tote gab, hat er sich aus dem Geheimagenten-Dasein zurückgezogen.

Ex-Agent als Käfig-Kämpfer

Mal als Käfig-Kämpfer, mal als Rausschmeißer in einem Nachtclub verdingt sich Baxter nun. Vor allem aber bleibt er nie besonders lange an einem Ort. So, als würde er vor etwas weglaufen. Und tatsächlich belastet den früheren Agenten all das, was einst in Kiew passiert ist. Schließlich starb beim verpatzten Einsatz auch Martins Frau, die Mutter seiner Tochter.

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Die hat er nun immer im Schlepptau. Ein Grund mehr, mit Geheimkram nichts mehr zu tun haben zu wollen. Doch dann taucht Sasha auf, ukrainische Journalistin und Tochter eines weiteren Toten von damals. Sie will die Aktion von einst aufklären und braucht Zugang zu geheimen Dokumenten. Der Brite lehnt ab. Nun mischt auch noch der russische Geheimdienst mit. Der entführt die zwölfjährige Tochter Baxters und zwingt den MI6-Aussteiger, die Dokumente zu besorgen. Wie wichtig die für alle Seiten sind, erschließt sich Martin jetzt erst.

Scott Adkins in der Ukraine

Gemeinhin lässt der Umstand, dass ein Film hauptsächlich in heruntergekommenen Industrieanlagen spielt, Rückschlüsse auf Budget und Qualität zu. Dass dieser hier aber zu Teilen in der Ukraine angesiedelt ist, entschuldigt zumindest ein wenig die Kulissen-Wahl. Das macht „Legacy of Lies“ noch lange nicht zu einem Top-Actioner, doch Scott Adkins verleiht ihm schon einen gewissen Glanz. Bleihaltige Shootouts und jede Menge handfeste Auseinandersetzungen sorgen für einigen Vortrieb in der Handlung, die vor allem in der Anfangszeit nicht so recht weiß, wo sie eigentlich hinwill.

Alle wollen Novichok

Die gewisse Konfusion ist wohl aber nicht zur absichtlichen Verwirrung der Zuschauer gedacht. Irgendwann lichtet sich der Nebel und siehe da, Adrian Bol inszenierte einen Plot, der schlussendlich auf den Kampf ums Nervengift Novichok hinausläuft und damit topaktuell ist. Action-Fans und alle Anhänger von Scott Adkins, der sich das letzte Hemd vom Leib reißt, dürfen gern einen Blick und mehr riskieren.

Legacy of Lies


Genre: Action; FSK: 16 Jahre; Laufzeit: 101 Minuten; Verleih: Leonine; Regie: Adrian Bol; Scott Adkins, Honor Kneafsey, Andrea Vasiliou; NL/GB