Der plötzliche Tod ihres Vaters trifft Lauren Monroe hart. Noch mehr jedoch nimmt sie mit, was ihr der Finanzjongleur und Multimillionär hinterlassen hat. Denn die Immobilien gehen an die Mutter, der größte Teil des Barvermögens an den Bruder.

Die dunkle Seite der Familiengeschichte

Die junge, aufstrebende Staatsanwältin, hatte auch nicht erwartet, dass sie besonders behandelt würde. Denn nie hatte der Vater ein Hehl daraus gemacht, dass ihm die Karriere im öffentlichen Dienst missfiel. Statt viel Geld gab es einen Schlüssel. Der passt zu einem Bunker auf dem Sommergrundstück, in dem Lauren einen völlig verwahrlosten Mann vorfindet.

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Der scheint bestens informiert über die Familienverhältnisse der Monroes. Per Video hatte der Vater der Tochter noch hinterlassen, dass dieses Erbe nie an die Öffentlichkeit gelangen dürfe. Nach dem ersten Schreck ist für die junge Frau klar, dass sie unbedingt herausfinden muss, was es mit dem Gefangenen auf sich hat. Damit begibt sie sich zugleich auf eine Erkundungstour zur dunklen Seite der Familiengeschichte.

Ungewöhnlich Simon Pegg und Lily Collins

Überraschung. Nicht nur, dass das Erbe ein zotteliger Gefangener ist. Auch, dass dieser von Simon Pegg gespielt wird, der bisher ja vor allem sein komödiantischen Talent unter Beweis gestellt hat. Doch wer über offensichtlich viele Jahre eingesperrt wurde, muss schon etwas sehr übles auf dem Kerbholz haben. Auch die nette Lily Collins in der Rolle einer taffen und - wie sich noch zeigen wird - durchaus berechnenden Staatsanwältin zu erleben, war nicht zwingend vorhersehbar. Vaughn Stein versteht es durchaus, Erwartungen nicht zu erfüllen und den Zuschauer auf Irrwege zu geleiten. Das funktioniert über weite Strecken wirklich gut und lässt die Spannungskurve ordentlich ansteigen.

Showdown schwächelt

Allerdings wird der Regisseur dem eigenen Anspruch zum Ende hin dann selbst zu gerecht, indem die Auflösung des Ganzen nicht so wirklich zum zuvor aufgebauten Konstrukt passen will. Im Vergleich zum betriebenen Aufwand erscheinen Anlass und auch Ende irgendwie ein wenig trivial, schwächelt der Showdown. Ungeachtet dessen bleibt die Geschichte über weite Strecken nachvollziehbar und lässt zudem einige Einblicke in die Gedanken-Welt der Superreichen zu.

Inheritance


Genre: Thriller; FSK: 16 Jahre; Laufzeit: 107 Minuten; Verleih: Constantin; Regie: Vaughn Stein; Lily Collins, Simon Pegg,

Patrick Warburton; USA 2020