Die Zukunft kann kommen. Steffi hat gerade die 10. Klasse abgeschlossen, wird zur Polizei gehen. Doch zuvor steht die Abschlussfahrt nach Paris an - und das erste Mal. Alles durchgeplant, bis eine schreckliche Diagnose alle Pläne über den Haufen wirft.

Krebs verändert alles

Denn beim Medizincheck stoßen die Ärzte auf ein Karzinom, das sich als nicht heilbar erweist. Ein halbes Jahr soll der 16-jährigen noch bleiben. Und für Vater und Mutter ist klar, dass man alle medizinischen Möglichkeiten ausschöpfen will, um das bisschen Lebenszeit zu verlängern. Steffi fügt sich fürs erste, beschließt dann aber, auf nichts mehr verzichten zu wollen.
Youtube

Youtube

Mit Hilfe eines Zirkusartisten und Vaters altem Ford Bronko bricht sie Richtung Paris auf. Sie will nichts mehr verpassen. Jetzt erst recht nicht. Doch Steve ist kein einfacher Charakter und so zieht sich die Fahrt hin, macht einige Abstecher. Das Mädchen lernt andere Menschen, Steve und nicht zueltzt sich selbst besser kennen. Und als der Eiffelturm in Sicht kommt, hat sie ihr unabwendbares Schicksal schon fast vergessen.

Unabwendbares Ende

Ein typischer Til Schweiger möchte man auf den ersten Blick meinen, auch wenn der nicht Regie geführt hat, sondern nur in der Rolle des Vaters auftaucht. Aber die Anlage erinnert irgendwie stark an „Knockin' on Heaven's Door“. Noch einmal richtig genießen, bevor es vorbei ist. Doch Steffi ist ein junges, hübsches, so zukunftsfrohes Mädchen. Bei dem unabwendbaren Ende will nicht wirklich gute Laune aufkommen. Und wenn man dann im Abspann erfährt, dass die Geschichte auf wahren Tatsachen beruht und dem Teenager kein Jahr mehr geblieben ist, fühlt der Zuschauer um so intensiver mit. Leidet, lacht und schöpft auch mittendrin unberechtigte Hoffnung.

Roadmovie durchs Leben

Eine echte Achterbahn der Gefühle, die auch fast schon philosophische Züge annimmt. Der Vater, Schweiger, Pfarrer, soll der Mutter erklären, warum Gott so etwas tut. Und der Geistliche hat keine Antwort. Das sind die Momente, in denen der Kloß im Hals immer dicker wird. Und dann kommt Sinje Irslinger um die Ecke und die Sonne geht auf. Sie reißt den Betrachter immer wieder aus den moralischen Tiefs. Und am Ende entwickelt sich das Roadmovie zu einer einzigen Hommage ans Leben. Genießen was und wann es geht.

Gott, du kannst ein Arsch sein!


Genre: Drama; FSK: 6 Jahre; Laufzeit: 98 Minuten; Verleih: Leonine; Regie: André Erkau; Sinje Irslinger, Max Hubacher, Til Schweiger; D 2020