In ferner Zukunft beuten die Harkonnen das Spice auf Dune aus und unterjochen die einheimische Bevölkerung. Obwohl die sich mit allen Mittel wehrt, wird man die Besatzer nicht los. Dann plötzlich, eines Tages, verlassen diese den Wüstenplaneten auf imperialen Erlass hin und das Haus Atreides übernimmt die Macht.

Alle wollen Spice

Denen stehen die Fremen mit Argwohn gegenüber, bleibt Besatzung doch Besatzung. Und auch die neuen Herrscher sind nur hier, um das im Wüstensand eingelagerte Spice zu ernten. Das nämlich braucht es für interstellare Flüge. Allerdings sind Herzog Leto Atreides und sein Sohn Paul sehr um gute Beziehungen zu den Einheimischen bemüht. Diese braucht es auch, denn des Herrschers Entscheidung zum Machtwechsel unterliegt einem größeren Plan.
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Die Atreides sind dem Imperator einfach zu mächtig geworden. Indem er ihnen den Planeten als Lehen zuteilt, hofft er zugleich, das Adelhaus zu schwächen. Und als dies nicht wie gewünscht geschieht, unterstützt er gar einen Überfall der Harkonnen auf Leto Atreides und dessen Clan. Am Ende wird Dune zu einem riesigen Schlachtfeld, dem nur Paul und seine Mutter entkommen. Zusammen mit den Fremen müssen sie nun eine intergalaktische Allianz schmieden, um dem Imperator wie auch den Harkonnen das Handwerk zu legen.

Roman oder Computer-Spiel

Ob nun über die Dune-Romanreihe von Frank Herbert oder das gleichnamige PC-Spiel von Anfang der 1990er oder gänzlich unbeleckt, es gibt verschiedenen Wege, wie man sich dem Film-Epos von Denis Villeneuve nähern kann. Um der Handlung des satt zweieinhalb Stunden langen Sci-Fi-Actioners folgen zu können, braucht es nicht zwingend Voraussetzungen. Alles, was der Zuschauer wissen muss, wird noch vor dem Vorspann erklärt. Der Rest folgt dann klaren filmischen Regeln von Verrat und Vergeltung. Das in das Werk dann doch nur eine Hälfte des ersten Buches - von insgesamt mindestens sechs - eingeflossen ist, erstaunt insofern, als dass man hätte die Handlung sicher auch gekonnt abgeschlossen umsetzen können. So prankt gleich zu Beginn ein „Teil 1“ auf dem Schirm, was uns zweierlei wissen lässt: Es soll eine Fortsetzung geben und der Schluss hier ist noch lange nicht das Ende.

Für große Bildschirme gemacht

Gerade letzteres trübt die Gesamtstimmung ein wenig, weil der bildliche und akustische Auftritt einen inhaltlichen Abschluss verdient hätte. Dann nämlich wäre die Geschichte wirklich rund erzählt worden. Auch, wenn „Dune“ fürs große Kino gemacht ist, so lohnt in jedem Fall ein Blick im Heimkino. Dabei gilt allerdings uneingeschränkt: size matters. Je größer der Bildschirm, je voluminöser die Anlage, desto größer der Sehgenuss. Wer kann greift auf die 4K UHD-Version zurück, weil die einfach die besten Ansichten bietet. Denn den Bedingungen der Wüste folgend haben wir es mit vielen Licht-Schatten-Übergängen zu tun, hier also grell, dort dunkel. Und dann fängt Villeneuve die Stimmung noch gekonnt mit teils schon monochromatischen Ansichten ein. Das alles sieht umwerfend aus.

Sound mit Details

Dazu präsentiert Hans Zimmer einen Score, den man nicht wirklich als Filmmusik bezeichnen kann. Vielmehr ist es eine Geräuschkulisse, die den Bedingungen und den Stimmungen angemessen ist. Surround ist Pflicht, Atmos die Kür. Dann nämlich wird der Zuschauer hineingezogen ins Geschehen, das aus so vielen Details besteht und nicht einfach laut ist. Akustisch beeindruckt der Streifen fast noch mehr als optisch.

Dune vs. Star Wars

Ganz schön viel Star Wars hier, wird sich manch Uneingeweihter in Sachen Kulissen sagen. Und tatsächlich gibt es viele Parallelen zwischen beiden Blockbustern, sowohl bei den Figuren wie auch der Ausstattung. Allerdings ist das Beziehungsgeflecht eher anders herum. Denn George Lucas hat bei Episode 4 beispielsweise sehr genau geschaut, was Dune vorgegeben hat. Dass inmitten von futuristischer Hightech dann doch wieder ganz viel Mittelalter in Sachen Grundbekleidung oder Ausrüstung zum Einsatz kommt, wird wohl ein Mysterium bleiben, das nur Filmemacher aufklären können. Immerhin aber geht „Dune“ nun deutlich zeitgenössischere Wege. Es gibt eine Öko-Wissenschaftlerin und einige Technikentwicklungen orientieren sich sehr sehenswert an Bionik.

Fortsetzung mit Ansage

Wenn die Kamera oder die CGI-Ansichten in die Totale gehen, riesige Truppen und Kampfmaschinen aufmarschieren oder die Atreides einfach in 3XL-Palästen residieren, dann überkommt den Zuschauer ein Gefühl von Monumentalfilm. Auch, wenn man anders als beim original „Ben Hur“ nicht mehr tausende Statisten aufmarschieren lassen muss und ähnlich wie beim „Herr der Ringe“ oder „Star Wars“ die Mannschaften einfach am Computer generiert, die schiere Größe der Inszenierung beeindruckt ungemein. Insofern freut sich der Sci-Fi-Fan natürlich auf eine Fortsetzung, die dann hoffentlich die Geschichte zu einem runden Abschluss führt.

Dune

Genre: Sci-Fi; FSK: 12 Jahre; Laufzeit: 155 Minuten; Verleih: WHV; Regie: Denis Villeneuve; Timothée Chalamet, Rebecca Ferguson, Jason Momoa; USA 2021