500 Jahre in der Zukunft ist die Menschheit in der Lage, bis in den letzten Winkel des Universums zu reisen. Andere intelligente Wesen hat man dabei bisher nicht getroffen. Und als es einen echten Erstkontakt gibt, sieht es eher schlecht aus. Denn die Aliens haben die Menschen offensichtlich nicht vermisst und machen auch kein Hehl daraus.

Bis Pluto alles in Schutt und Asche

Wenn es bedrohlich wird muss ein Mann ran. Blutgeneral James Ford ist genau der Richtige für die Drecksarbeit. Gegen der Allianz abtrünnige Rebellen hat er einst eine Q-Bomb eingesetzt, was ihm den Vorwurf übertriebener Härte im Kampfeinsatz einbrachte. Ausgerechnet dieser Typ wird nun gerufen, weil die Außerirdischen offensichtlich keine friedlichen Absichten haben. Und im Gepäck führt Ford - eine Q-Bomb. Mit der legt er bis Pluto alles in Schutt und Asche, wie eine Mitstreiterin treffsicher bemerkt.
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Doch Ort des Geschehens ist ein Sternensystem viele tausend Lichtjahre von der Erde entfernt. Dorthin gelangt man mit Quanten-Technologie. Dafür reichen Raumanzüge, Raketen überflüssig. Vor Ort haben sich schon einheimische Kämpfer mit den Aliens angelegt, die allerdings Menschen als Wirte benutzen können. So ist nicht jeder, der so aussieht, auch ein Freund. Die Aufgabe von Ford & Co ist nun, über die außerirdischen Raumschiffe deren Heimatplaneten zu tracken und dann die Q-Bomb mit Hilfe der Orbitalkanone dorthin zu schießen.

Keine Vorstellung von Zukunft

Vor mehr als 20 Jahren beeindruckte Bruce Willis mit seiner Hauptrolle in „Armaggedon“. Davon ist er hier weit entfernt. Ja, mehr noch, „Cosmic Sin“ ist fast soetwas wie ein Armageddon für den Schauspieler. Schlechtere Ratings hat er wohl selten bekommen. Die Ursachen sind vielfältig. Hauptsächlich aber fehlt den Setdesignern eine Vorstellung von Zukunft. 500 Jahre weiter fahren noch Pickups mit Verbrennern, werden Zigaretten geraucht oder Pistolen mit normalen Magazinen nachgeladen. Und in 15 000 Lichtjahren Entfernung steht ein Wald wie hier gleich um die Ecke. Ja, selbst die Raumanzüge der Helden sehen aus wie alte, aufgepeppte Ritterrüstungen.

Echter Lichtblick, das Bild

Man kann das uninspirierte Spiel von Willis angesichts der Ausgangslage verstehen. Ein wenig Smalltalk und viel Ballerei, mehr wird nicht verlangt. Zwischendrin lockern ein wenig CGI-Spielerein das Geschehen auf. Aber ansonsten sollen vor allem flackernde Neobeleuchtungen einen Eindruck von Zukunft vermitteln. Das ist echt zu wenig. Noch schlimmer ergeht es gar Frank Grillo. Als kommandierender Genereal hat er wenig Leinwandzeit, muss mürrisch dreinschauen und ist dann irgendwann im Weltraum verschwunden. Mit Sci-Fi hat das alles herzlich wenig zu tun. Wer auf ausufernde Ballerei steht, wird da schon eher zufrieden sein. Einziger wirklicher Lichtblick ist die Bildqualität von der 4K UHD her. Sehr gute Kontrastwerte und starke Farben, hier wird der Filmfreund nicht enttäuscht.

Cosmic Sin


Genre: Sci-Fi; FSK: 16 Jahre; Laufzeit: 88 Minuten; Verleih: Koch; Regie: Edward Drake; Bruce Willis, Frank Grillo, Brandon Thomas Lee; USA 2020