Seit zehn Jahren ist Influencer Cole on air und lässt seine Follower live an seinem Leben teilhaben. Zum runden Jubiläum aber will man der Community etwas ganz besonderes bieten. Auf Einladung eines mysteriösen Oligarchen-Sohnes reist Cole samt Crew nach Moskau. Ein ganz spezieller Escape-Room soll die Like-Zahlen durch die Decke gehen lassen.

Escape Room in Folterkammer

Vor Ort zeigt sich schnell, dass das Leben in der russischen Hauptstadt in einem anderen Rhythmus tickt. Gleich am ersten Abend werden in einem exklusiven Club das erste Mal Waffen gezückt. Und als viel anheimelnder erweist sich auch der Escape Room nicht. Der befindet sich in einem ehemaligen Gefängnis, genauer dort, wo einst Insassen gefoltert wurden.

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Auch Cole merkt schnell, dass das hier alles kein Spiel ist. Denn bevor sich die Türen öffnen, muss er unter Zeitdruck Leben und Gesundheit seiner Mitstreiter retten. Das war aber nur der Auftakt. Denn mittlerweile bestimmt eine Gruppe das Geschehen, die per Live-Stream an gut zahlende Kunden überträgt, wie man die Insassen massakriert. Jetzt geht es für Cole nur noch ums nackte Überleben. Und die Welt schaut zu.

SAW für Social-Media-Generation

Als SAW für die Social-Media-Generation wird der Streifen beworben und tatsächlich lehnt sich Will Wernick an die Reihe an. Doch nicht nur in Sachen Gore Faktor schließt er nicht auf. Während SAW einst ein völlig neues Subgenre erschuf, bewegt sich „Follow Me“ auf mittlerweile bekanntem Terrain. Gleichwohl kann Wernick, der auch das Drehbuch geschrieben hat, einige interessante Aspekte setzen und punktet vor allem beim Finale. Dabei bleibt die Handlung die gesamte Laufzeit über durchweg spannend. Der Zuschauer fühlt sich schon wie der Held permanent bedroht. Allerdings ersparen uns weder die Filmemacher noch die hiesigen Nachbearbeiter einige Klischees. Ganz typisch, dass die Russen deutsch mit russischen Akzent synchronisiert wurden. Na ja...

Mit Keegan Allen und Holland Roden

In der Hauptrolle des Cole erleben wir Keegan Allen, den manche sicher aus „Pretty Little Liars“ kennen. An seiner Seite Holland Roden, die einst mit der Serie „Teen Wolf“ auf sich aufmerksam machte. Darüber hinaus ist ein junger, weniger bekannter Cast zu erleben, der seine Sache - vor allem Opfer zu sein - recht gut macht.
„Follow Me“ liegt auch als 4K UHD vor und vermag hier besonders die Betrachter mit teils gruselig-authentischen Bildern zu verschrecken. Die düstere, beklemmende Atmosphäre kommt dank besonderer Kontrast- und Lichtverhältnisse besonders gut rüber.

Follow Me


Genre: Horror; FSK: 16 Jahre; Laufzeit: 91 Minuten; Verleih: Caplight; Regie: Will Wernick; Keegan Allen, Holland Roden, Denzel Whitaker; USA 2020