Nach dem Zigaretten holen war alles anders. Denn bei seiner Rückkehr findet Dani seinen Vater tot vor. Ihn hatte er jahrelang gepflegt, nun war es vorbei. Als Dank und Start in ein neues Leben schenkt ihm daher seine Schwester ein Flugticket rund um die Welt. Dani wird es nicht einlösen.

Ein Tattoo, dann Sex und schließlich Ärger

Denn in einem Diner übernimmt der junge Mann auf Bitte eines Mädchens deren Rechnung. Jene Mila wartet außerhalb auf den Spender, um ihn zu überzeugen, dass er mit ihr nach Hause geht, um dort seine Auslagen ersetzt zu bekommen. Statt Geld gibt’s erst ein Tattoo, dann Sex und schließlich jede Menge Ärger.
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Denn Milas Freund oder was man dafür halten soll, ist so gar nicht einverstanden mit der Art der Wiedergutmachung. Und auch Dani bereut bereits, dass er seine anfängliche Zurückhaltung zu schnell aufgegeben hat und nicht einfach nach Hause gegangen ist. Denn die Geschichte erhält eine Dynamik, die keiner der Beteiligten mehr kontrollieren kann und artet in Gewalt aus. Dabei kommt der Reisebüro-Angestellte an einen Punkt, an dem er sein eigenes Leben über das eines anderen Stellen muss.

Verlockung des Abenteuers erlegen

Man hatte es ja kommen sehen. Der Fluch der guten Tat holt den Helden ein, der, anstatt seiner Wege zu gehen, dem Ruf des mysteriösen Weibes folgt. Andererseits, nach vielen Jahren der Zurückhaltung und Einschränkung ist Dani der Verlockung des Abenteuers erlegen. Rein menschlich verständlich. David Victori nimmt den Zuschauer hier logisch und nachvollziehbar mit hinein in die Nacht, leitet ihn eine ganze Weile in die falsche Richtung, um dann mit dem Finale gleichzeitig die große Überraschung zu präsentieren. Leider patzt der Regisseur gerade hier, denn nicht mehr alles folgt logischen Erwägungen.

Kein Krimi wie jeder

Von Anfang an macht der Spanier mit bildlichen Mitteln deutlich, dass er keinen normalen Krimi präsentieren will. In ein eher seltenes und schmales Format gepresst, drückt das Bild schon allein äußerlich die Atmosphäre des Streifens aus. Dazu folgt die Kamera gern aus der 3. Perspektive dem Helden, was den Zuschauer näher ans Geschehen bringt, aber nicht jeder Sehgewohnheit entspricht. Dazu wackelt’s auch gern mal, auch nicht jedermanns Sache. So bringt dieser spanische Genrefilm eine Mischung aus genretypischen Mitteln und eher ungewöhnlichen. Echte Krimifans sollten in jedem Fall ein Auge riskieren.

Cross the Line


Genre: Thriller; FSK: 16 Jahre; Laufzeit: 96 Minuten; Verleih: Ascot; Regie:

Mario Casas, Milena Smit, Elisabeth Larena, David Victori; Sp 2019