Das Wiedersehen mit Jackson war für Sara ebenso überraschend wie folgenreich. Denn eigentlich hatte die junge Frau den Tauchlehrer einst auf Mauritius ohne Abschied sitzen lassen. Einige Jahre später laufen sie sich auf der Insel wieder über den Weg.

Pilot tot und keine Ahnung vom Fliegen

Sara, mittlerweile gut im Job in London, wollte eigentlich nur kurz an der Hochzeit einer guten alten Freundin teilnehmen. Doch beim Get-Together war da auch Jackson. Die Begegnung wird mit einem One-Night-Stand gefeiert, in dessen Folge die junge Frau die Fähre zur Hochzeitsinsel am nächsten Morgen verpasst. Da auch der Ex mit auf der Gästeliste steht und dieser wiederum mit einem Kumpel per Flugzeug übersetzt, hängt sich Sara einfach dran, wo man doch nun wieder Best Buddy ist.
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Ein kluger Schachzug könnte man meinen. Leider ist der Pilot älter als das betagte Flugzeug und verstirbt einige Zeit nach dem Start an einem Herzinfarkt. Während Jackson vom Fliegen gar keine Ahnung hat, kennt sich Sara zumindest mit den Grundlagen aus. Allerdings haben die beiden nach einem kleinen Unfall in der Luft und in Folge kaputtem Kompass komplett die Orientierung verloren, steuern mit defekter Spritleitung direkt in ein Unwetter und wüssten, wenn sie dennoch überleben, gar nicht, wie man die Kiste auf dem Wasser landen soll. Es scheint also keine Frage, ob es zu einer Katastrophe kommt, sondern eher nur, wann...

Alles geht schief

Von wegen grenzenloser Freiheit über den Wolken. Bei Mikael Marcimain hängt der Himmel voller Katastrophen. Der Tod des Piloten und die nicht vorhandenen Flugkünste der Überlebenden an sich hätten als angstmachende Ausgangslage eigentlich ausreichen müssen. Den Story-Schreibern war das wohl nicht dramatisch genug und so muss der Regisseur eine Anhäufung von Missgeschicken inszenieren, die zwar alle für sich betrachtet irgendwie passieren können, aber hier so gehäuft und in kurzer Zeit auftreten, dass das Publikum geradezu einen Overkill an schlechten Nachrichten zu verkraften hat.

Spektakulär und absurd

Das wäre noch entschuldbar gewesen. Leider wird es bei der Bewältigung des Ganzen dann komplett vogelwild. Logik und Realismus verabschieden sich wie die Seele des toten Piloten recht schnell gen Himmel. Zurück bleibt ein Sammelsurium fast schon kurios anmutender Aktionen. Dass der marode Vogel schlussendlich bei vollem Flug von den Insassen per selbstgebranntem Rum über die Oberdecker-Flügel betankt wird, ist nur die Krönung der Absurditäten. Also, Hirn ausschalten und das somit dann recht abwechslungsreiche und spektakuläre Geschehen genießen. Denn die Spezialeffekte sind durchaus gelungen und dafür, dass es ein Zwei-Personen-plus-Flugzeug-Stück ist, kommt der Flic doch recht kurzweilig und unterhaltsam daher.

Horizon Line

Genre: Action; FSK: 12 Jahre; Laufzeit: 92 Minuten; Verleih: Constantin; Regie: Mikael Marcimain; Allison Williams, Alexander Dreymon, Keith David; USA 2020