Dabei hat der Vater einer kleinen Tochter alles richtig gemacht. Jedes Gespräch mit seinem Kontakt-Officer wurde aufgezeichnet, nie ist Koslow ein Risiko eingegangen. Doch kurz vor dem Erfolg kommt ein Undercover-Agent des NYPD in die Quere, stirbt und Pete muss sich entscheiden. Entweder, er geht zurück in den Knast, baut dort für die Polen den Drogenhandel neu auf und gibt die Strukturen dann ans FBI weiter, oder aber er fliegt auf. Dann tötet ihn die Mafia oder er kommt als Polizistenmörder vor Gericht. Auch nicht besser. Koslow entscheidet sich für Variante A. Doch kaum innerhalb der Gefängnismauern gelten andere Gesetze und nichts läuft, wie es geplant war.
Nach den Russen sind nun also die Polen die Film-Bösewichte. Das ist sicher austauschbar. Denn außer der Sprache gibt es nicht wirklich nationale Eigenheiten, die der Thriller von Andrea Di Stefano herausstellen würde. Und damit der (US)-Zuschauer nicht auch mit dem Helden Probleme bekommt, ist der ein Kriegs-Veteran mit polnischen Wurzeln… Dargestellt vom Schweden Joel Kinnaman, der sein Rolle sehenswert ernst nimmt. Durchtrainierter Body, kantiges Gesicht, stets argwöhnischer Blick – den Ex-Knacki in schlechter Position nimmt man ihm sofort ab. Das ist umso sehenswerter, da der Regisseur mit Rosamund Pike, Clive Owen und dem Rapper Common drei bekannte Gesichter um seinen Helden drapiert hat. Die Handlung selbst lebt von gekonnt aufgebauter Spannung, einigen Schlenkern und natürlich ausreichend Action. Kurzum, abwechslungsreich in Szene gesetzt. Dazu erleben wir ein New York in ernüchternden Ansichten, grau und unpersönlich. Einzig die gelebte Hassliebe von Bundesbehörde und örtlicher Polizei ist eine bekannte Größe aus der weiten Filmwelt. Aus dieser sticht Di Stefanos Werk sonst sehenswert heraus.
Genre: Thriller; FSK: 16 Jahre; Laufzeit: 113 Minuten; Verleih: Leonine; Regie: Andrea Di Stefano; Joel Kinnaman, Rosamund Pike, Common; GB 2019