Die Krebsdiagnose ist für Professor Richard Brown Anlass, sein Leben neu auszurichten. Nur noch nützlichen oder willkommenen Dingen will er seine Restlebenszeit widmen.
So einigt er sich zuerst mit der fremdgehenden Ehefrau auf eine offene Beziehung und schmeißt dann alle Studenten aus seinem Kurs, die nicht mit Herzblut bei der Sache sind. Fortan bestimmen die Genüsse sein Dasein - Suff, Sex und Drogen.

Suff, Sex und Drogen

Dazu nimmt der Prof. nun erst Recht kein Blatt mehr vor den Mund. Da er aber außer seinem besten Freund und einer Studentin niemanden verrät, was sein Wandel veranlasst hat, staunt seine Umgebung nicht schlecht über den abrupten Wandel. Ein Grund mehr für Richard, das Leben in vollen Zügen und ohne Mitleid zu genießen.

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Keine Frage, Johnny Depp geht das Thema auf die seichte Tour an. Er scheint prädestiniert dafür und so beschleicht den Betrachter alsbald auch das Gefühl, dass die Rolle des Professors der des Piraten vom Habitus her gar nicht so fremd ist. Dabei zieht der Amerikaner die Geschichte keineswegs ins Lächerliche. Er gibt seiner Rolle aber die Attitüde eines Mannes, dem egal ist, was seine Mitmenschen denken und der eben nur noch für Dinge kostbare Zeit opfern will, die sich für ihn lohnen. Dabei ist er durchaus bereit, neue Entdeckungen zu machen.

Depp in guter Form

Denn sowohl Drogenkonsum wie auch gleichgeschlechtlichen Sex kannte er vorher wohl noch nicht. Auf der anderen Seite vermeidet Regisseur Wayne Roberts, auf die Tränendrüse zu drücken, auch wenn’s zwangsläufig zum Ende hin dann doch emotional wird. Keine Angst also vor dem Thema. Mit einem Depp in sehr guter Form wird die schwierige Ausgangslage so leicht wie möglich gemeistert und sorgt tatsächlich für gute Unterhaltung.

The Professor


Genre: Drama/Komödie; FSK: 12 Jahre; Laufzeit: 90 Minuten; Verleih: Leonine; Johnny Depp, Rosemarie DeWitt, Odessa Young; USA 2019