Hierhin verschlägt es den nun Alleinlebenden fast schon per Zufall, als er vom Tod eines Kollegen erfährt. Und wie er so nach den möglichen Ursachen in einem Tunnel unter dem Oslofjord forscht, ereilt ihn die schreckliche Vorahnung, dass es bald ein großes Beben geben wird. Und Geschichte wiederholt sich eben doch. Denn wie schon damals beim Tsunami will auch heute niemand so recht glauben, was Kristian ankündigt.
Norwegen, das Land der Naturkatastrophen. Diesen Eindruck könnte man gewinnen, schließlich wird hier mit einer filmischen Fortsetzung direkt an die Tsunami-Handlung angeschlossen. Dabei ist die Kenntnis des Erstlings nicht zwingend erforderlich. Denn John Andreas Andersen greift auf die üblichen Zutaten des Genres zurück. Dagegen ist nichts einzuwenden, denn das meiste funktioniert immer wieder. Allerdings lässt sich der Regisseur arg Zeit beim Spannungsaufbau. Glatt eine Stunde vergeht, eh die Erde das erste Mal wackelt. Bis dahin gibt’s vor allem viel Leerlauf. Und das niemand dem Rufer glauben will, ist nicht wirklich eine Überraschung. Gleiches gilt dann auch für den restlichen Verlauf, von Details einmal abgesehen. Es ist schon gruselig, wie die Protagonisten zur falschen Zeit falsche Dinge tun.
Auch wenn es dramaturgisch eines der Highlights darstellt, dass der Geologe im Angesicht eines Bebens den Fahrstuhl nimmt, wirkt dann leider doch absurd. Visuell allerdings kann man die Macher nur loben. Wie sie Oslo Stück für Stück untergehen lassen ist optisch überzeugend dargestellt und muss sich nicht hinter großen Hollywood-Produktionen verstecken.
Genre: Action; FSK: 16 Jahre; Laufzeit: 105 Minuten; Verleih: Universum; Regie: John Andreas Andersen; Kristoffer Joner, Ane Dahl Torp, Edith Haagenrud-Sande; N 2018