Leighs Leben ist ein einziges Problem. Doch ihr derzeit größtes liegt gerade auf dem Betonfußboden der Werkstatt. Die Leiche eine Mannes. Dem ersten Instinkt folgend will sie den Toten in einem See versenken. Dann klingelt dessen Handy und eine verhängnisvolle Abfolge von Ereignissen nimmt ihren Lauf.

Toter wird vermisst

Selbst gezeichnet von einem Kampf denkt sie nicht etwa an das, was geschehen ist, sondern an die, die da nachfragen, wo denn der Partner und Vater bleiben würde. So legt sie den Leichnam neben die Behausung der Angehörigen und einen handgeschriebenen Zettel dazu. Man solle wissen, welches Schicksal den Mann ereilt habe. Den Grund dafür allerdings nicht. Dazu äußern kann sich Leigh kurze Zeit später, denn durch die Verkettung unglücklicher Umstände steht ihr plötzlich eine Frau gegenüber, die genau weiß, wer sie ist bzw. was sie getan haben soll.
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So geradlinig wie Matthew Pope die Geschichte auf den ersten Blick erzählt ist sie jedoch bei weitem nicht. Denn in seinem Regie-Debüt lässt der Nachwuchsfilmer, der auch am Script mitgeschrieben hat, immer ein paar Details offen, die sich im weiteren Verlauf zu einem Hintergrund zusammenfinden. Das zeichnet den Tathergang sowie die Ursache aber auch nur ungefähr nach, was dem Zuschauer wiederum einigen Gedankenspielraum gibt. Dazu geht der Plot weit in die Vergangenheit von Leigh hinein, dargestellt in Flashbacks wie auch Szenen, bei denen die Erwachsene sich selbst als Kind sieht.

Minimalistisch, aber spannend

Aus all diesen Puzzleteilen setzt sich schließlich ein Gesamtbild zusammen, das einigermaßen logisch die Geschichte abrundet. Und dennoch hat Pope ganz am Ende noch eine Überraschung parat, die dem abwechslungsreichen Ganzen die Krone aufsetzt. Insgesamt ein erstaunliches Ergebnis, das eigentlich mit fast schon minimalistischen Mitteln erreicht wird. Auch im Hinblick auf Besetzung und Setting. Dazu gibt’s eine durchweg sehr düstere Stimmung. Für Freunde nicht so ausgetretener Thriller-Pfade und jene, die auch Film Noir mögen, ist das hier eine besondere Empfehlung.

Blood on my Name


Genre: Thriller; FSK: 16 Jahre; Laufzeit: 85 Minuten; Verleih: Koch; Regie: Matthew Pope; Bethany Anne Lind, Will Patton, Elisabeth Röhm; USA 2020