Sonne, Palmen und Meer sind nicht alles. Vor allem, wenn man es jeden Tag haben kann. Diese Erkenntnis trifft Arielle, als sie mal wieder mit aller Welt Zoff hat. Und so beschießt die 20-jährige, ihr Kellnerdasein in einem Kaff in Florida zu beenden, um berühmt zu werden. Social Media soll’s möglich machen.

Likes statt Palmen und Meer

Doch da folgen ihr erst ein paar Dutzend Leute. Fame sieht irgendwie anders aus. Den Schlüssel dazu findet Arielle per Zufall. Zusammen mit ihrem neuen Lover Dean ist sie nämlich auf der Flucht, nachdem der im Streit seinen Vater getötet hat. Und da das Paar dringend Geld braucht, um den Sehnsuchtsort Kalifornien erreichen zu können, überfällt es Tankstellen. Diese Raubzüge filmt die junge Frau und postet sie online.
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Was unglaublich erscheint, andere sehen sich das an. Die Likes werden mehr und das Verlangen nach mehr auch. Nun kann niemand erwarten, der seine Taten öffentlich macht, lange unerkannt zu bleiben. Und so stehen die beiden alsbald auf der Fahndungsliste. Als sie ein Cop anhält und die Verhaftung droht, verliert Arielle die Nerven, erschießt den Beamten. Nun gehen die Follower-Zahlen durch die Decke. Aber auch der Verfolgungsdruck nimmt zu. So steuert alles auf ein unausweichliches Ende zu. Und das wird dramatisch sein.

Bonnie & Clyde der Generation Z

Bonnie & Clyde Nachdrehen sind beliebt in Hollywood. Und bei der Generation Z dreht sich alles um Follower und Likes. Insofern sind Social-Media-Thriller mittlerweile fast schon ein Subgenre. Das hier ist eigentlich eine ganz klassische Geschichte. Nur den eigenen Ruhm vor Augen verliert die Hauptperson die Realität aus dem Focus und kann die Folgen ihrer Handlung nicht mehr abschätzen. Vom Action- und auch dem ganz kleinen Thriller-Part her macht der Film vieles richtig.

Solide Story, wenig Überraschungen

Allerdings bleibt das wirkliche Überraschungsmoment aus. Die Story ist schon ziemlich vorhersehbar. Höchstens der Umstand, dass womöglich Millionen dem kriminellen Treiben zusehen, überrascht. Insofern lässt sich Joshua Caldwell, der auch das Drehbuch geschrieben hat, die Chance entgehen, dort tiefer zu graben. Sowohl das Pärchen wie auch die Zuschauer haben zwar einmal Kontakt zu einem Follower, aber wirklich Beweggründe erfährt keine Seite.

Infamous


Genre: Action; FSK: 16 Jahre; Laufzeit: 100 Minuten; Verleih: Capelight; Regie: Joshua Caldwell; Bella Thorne, Jake Manley, Amber Riley; USA 2020