Eigentlich ist die Geschichte um den einst besten Torhüter kein Geheimnis. Um so verwunderlicher, dass sie niemand bisher eine filmische Umsetzung wagte. Denn zumindest ein kleines Heldenepos konnte man erwarten. Marcus H. Rosenmüller nun hat die filmische Lücke gefüllt und einen sehr sehenswerten, unterhaltsamen, aber ebenso emotionalen Streifen abgeliefert. Er spart dabei auch die dunklen Seiten der Geschichte nicht aus und hält in Sachen Schuld und Sühne gekonnt die Balance. Mit David Kross in der Hauptrolle sehen wir einen durchaus bekannten, aber nicht zum Star stilisierten deutschen Jungschauspieler, der der Figur Realität und Sympathie verleiht. Neben der sportlichen Seite des Plots vermag Rosenmüller aber auch eine politische Komponente gekonnt mit zu verarbeiten. Denn dass und vor allem wie der einstige Feind integriert wird, hat an Aktualität nichts verloren. Und dass die Briten hier nicht immer gentlemanlike zu Werke gegangen sind, wird ebenso wenig verschwiegen wie der Grund für den berechtigten Hass auf die Deutschen. Zum Ende hin dreht sich die Gesamtgeschichte gekonnt in Richtung Feelgood-Kino, wie wir es aus Großbritannien kennen und lieben.
Genre: Drama; FSK: 12 Jahre; Laufzeit: 120 Minuten; Verleih: Capelight; Regie: Marcus H. Rosenmüller; David Kross,Freya Mavor, John Henshaw; D/GB 2018