Jussi Adler-Olsens Vorlagen, bei denen es per sè schon immer spannend zugeht, haben bisher einige sehenswerte filmische Umsetzungen erfahren. Meist ruhige Ermittlungsarbeit, menschelnde Dialoge und natürlich die Aufarbeitung vergessener Verbrechen standen dabei im Mittelpunkt. Bezüge in die Neuzeit, zumindest tatseitig, gab es eher weniger. Das ändert sich mit "Verachtung". Denn ob gewollt oder nicht, die Geschehnisse in der Vergangenheit, die hier ebenso sprachlos machen, sind eigentlich nur die Ouvertüre zu (fiktiven) Verschwörungen in der Gegenwart, die über das Maß individueller Kriminalität weit hinausgehen. Dazu erlebt der Zuschauer ein Maß an Action, das bisherigen Inszenierungen eher fremd war. Und nicht zuletzt werden die Ermittler selbst mehr als gewohnt auch körperlich ins Geschehen mit eingebunden. Unterm Strich ist das Seherlebnis dadurch deutlich intensiver. Der geschickte Wechsel in den Zeitpersektiven lässt einen dazu defacto zwei Thriller in einem erleben. Ein Muss für Krimi-Freunde.
Genre: Thriller; FSK: 16 Jahre; Laufzeit: 119 Minuten; Verleih: WHV; Regie: Christoffer Boe; Nikolaj Lie Kaas, Fares Fares, Johanne Louise Schmidt; DK 2018