Artus Vanags ist noch nicht einmal 17, da tritt er 1915 in die Armee ein. Freiwillig, versteht sich, haben doch die Kaiserlich-Deutschen seine Mutter vor seinen Augen erschossen und ihn aus seinem Dorf vertrieben.

Alte Verbündete, neue Feinde

Mit gerade mal 18 Jahren wird Artus bereits in drei verschiedenen Armee und unzähligen Fronten gekämpft haben, wurde dreimal schwer verletzt und bleibt dennoch bei den Waffen. Der Feind sind nun ehemalige Verbündete, die Russen, die sich jetzt Sowjets nennen. Wieder geht es um die Freiheit des Landes, wieder wollen Fremde Lettland unterjochen. Und auch, wenn Vanags glaubte, in den vergangenen Jahren schon alle Grausamkeiten auf den Schlachtfeldern erlebt zu haben, so stellt ihn doch der Bürgerkrieg wieder vor neue Herausforderungen.
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In seinem Roman „Blizzard of Souls“ hat der lettische Schriftsteller Alekssandrs Grins seine Jungend- und Fronterfahrungen während des 1. Weltkrieges verarbeitet. Man darf also annehmen, dass die Geschichte, wie sie nun Dzintars Dreibergs in der bisher erfolgreichsten Produktion seines Landes erzählt, den Tatsachen entspricht. Die Grausamkeiten eines Krieges, vor allem auf den Schlachtfeldern, haben ja schon viele thematisiert. Zuletzt Sam Mendes in „1917“, der gleich drei Oscars gewann. Anders als der Engländer setzt der Lette weniger auf spektakuläre, denn auf drastische Bilder und zeigt das Sterben, massenhaft, in einem sinnlosen Stellungskrieg oder für eine menschenfeindliche Ideologie.

Jugendliche im Krieg

Gleichzeitig nimmt er das Publikum aber auch in Sachen Motivation mit, stellt heraus, warum beispielsweise ein Jugendlicher sich immer wieder die Strapazen und die Gefahren eines Krieges antut. Insofern geht die Geschichte hier tiefer als die des berühmten Blockbusters und ist in einigen Belangen vielleicht gar das bessere „1917“.

Blizzard of Souls


Genre: Drama; FSK: 16 Jahre; Laufzeit: 104 Minuten; Verleih: Pandastorm; Regie: Dzintars Dreibergs; Oto Brantevics, Raimonds Celms, Martins Vilsons; LVA 2019