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Hochzeitstanz im Streichelzoo

Robert Iwanetz / 06.09.2016, 20:33 Uhr - Aktualisiert 20.09.2016, 15:45
Paretz (iwa) Auf dem Storchenhof Paretz geht es das ganze Jahr zu wie auf einem Streichelzoo. Gerade mausert sich ein Pfauenmännchen auf einer Balkon-Balustrade. Nebenan jagt der Berner Sennenhund Nanou den Australian Shepard Leo über den Innenhof. Und in der großen Scheune dahinter wird dem eleganten Schimmel Maxwell ausgiebig die Mähne gekämmt. Insgesamt leben über siebzig Tiere im Storchenhof auf über drei Hektar Land. Darunter auch Graupapageien, Esel, Hühner, Schafe, Meeresfische sowie zwei Wildschweindamen und ein Wollschweineber, deren Nachkommen regelmäßig für das Grill-Buffet sorgen.

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Heiraten auf dem Storchenhof Paretz

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„Unsere Tiere machen viel Arbeit, aber auch die besondere Atmosphäre auf dem Hof aus“, sagt Eventmanagerin Anne Athenstädt, die sich um die Gästebetreuung kümmert.Der Storchenhof befindet sich rund zwanzig Kilometer nordwestlich von Potsdam, im 400-Seelen-Örtchen Paretz, dem ehemaligen Sommersitz von Friedrich Wilhelm III. Der preußische König  kannte das abgelegene Gut an der Havel bereits aus seinen Kindertagen. Um 1797 ließ er hier ein stilles Landschloss errichten. Sein Architekt David Gilly entwarf neben dem königlichen Refugium zudem ein ganzes Musterdorf mit zehn Bauernhöfen im Einheitslook - darunter auch den heute denkmalgeschützten Vierseitenhof mit dem großen Storchennest auf der Scheune.

Nach dem Tod des Königs wurde das Gehöft als Gasthof, Lazarett und Standesamt genutzt. Ab der Wende wurde es stiller, bis 2002 die Familie Hipp dem Hof neues Leben einhauchte. Die Familie aus Süddeutschland wollte hier ebenfalls Ruhe finden. Für die vier Kinder sollte Paretz ein brandenburgisches Bullerbü werden. „Doch es kam dann ein bisschen anders“, erinnert sich Claudia Hipp, die zusammen mit den Kindern und ihrem Mann Markus, der als Geschäftsführender Vorstand der BMW Stiftung Herbert Quandt in Berlin arbeitet, im Vorderhaus lebt. Nach und nach kamen immer mehr, vor allem kleinere Besucher, durch das offene Holztor. Die Haus- und Hofherren fühlten sich verpflichtet, für Kaffee und selbstgebackene Kuchen zu sorgen.

2006 begann man mit der Sanierung der Nebengebäude. Bald darauf wurde das Stallcafé und die ersten Ferienwohnungen eröffnet. Seitdem hat sich der Storchenhof von einem Geheimtipp zu einem Besuchermagneten entwickelt: Radwanderer, Sommerurlauber, Klassenfahrten, Reitermädchen, Seminargruppen und seit vielen Jahren auch Brautpaare und ihre Gäste finden hier ihr ganz spezielles Idyll. Platz dafür gibt es genug: Einer Hochzeitsgesellschaft steht für ihre Feier exklusiv die gesamte Hofanlage mit Reitplatz, Streichelzoo, Brunnenkeller und Heuscheune zur Verfügung. „Wir bekommen hier bequem 200 Gäste unter“, sagt Anne Athenstädt. Vor schlechtem Wetter schützt das Scheunenvordach, am Abend zieht man in den Tanz-Saal mit Bühne um. Auch für das leibliche Wohl sorgen auf Wunsch Anne Athenstädt und ihr Team, mit eigener Küche und Getränkebuffet.

„Wir bieten hier eine unkomplizierte, entspannte Atmosphäre zum Feiern, die vor allem junge Familien zu schätzen wissen“, sagt die Eventmanagerin. Tatsächlich gibt es keine steifen Konventionen oder Abläufe in Paretz. Viel mehr würden die Brautpaare, die hier heiraten, bewusst das einfache Landleben suchen: An heißen Sommertagen kann nach der Trauung gemeinsam in der Havel gebadet werden, die nur 400 Meter entfernt ist. Am Abend setzt man sich zusammen ans Lagerfeuer. Für die kleinen Hochzeitsgäste ist der Storchenhof ein riesiger Abenteuerspielplatz. „Wir brauchen hier keine Animation“, sagt Anne Athenstädt.

Während der Feierlichkeiten können die Kinder Ponyreiten, mit einem Radlager fahren oder die große Heuscheune erkunden. Auf dem Scheunenboden kann von Mai bis September übernachtet werden. Für romantische Einschübe sorgt zuweilen das namensgebende Storchenpärchen auf dem Scheunendach, das von April bis August in Paretz weilt. „Einmal flogen die Störche im Tiefflug ganz nah über das Brautpaar beim Hochzeitstanz in der Abenddämmerung“, erzählt Anne Athenstädt. „Da hatten hier alle Freudentränen in den Augen.“

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