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Kooperationsprojekt
Jahrmarkt und Revue zur Wendezeit

Danny Klein (re.),  Katrin Werlich (Mi.) und Andreas Görig (2.v.r.) vom Kulturverein Päwesin, Wenderevue-Regiseur Gernot Frischling (unten), Frank Martin Widmaier (3.v.l.) vom Brandenburger Theater, Lunatiks-Projektleiterin Janette Mikan (2.v.l.),  Museumspädagogin Susanne Lehmann (l.) und Marius Krohn, Leiter des Industriemuseums, laden ab 26. September herzlich zum Wendejahrmarkt.
Danny Klein (re.),  Katrin Werlich (Mi.) und Andreas Görig (2.v.r.) vom Kulturverein Päwesin, Wenderevue-Regiseur Gernot Frischling (unten), Frank Martin Widmaier (3.v.l.) vom Brandenburger Theater, Lunatiks-Projektleiterin Janette Mikan (2.v.l.),  Museumspädagogin Susanne Lehmann (l.) und Marius Krohn, Leiter des Industriemuseums, laden ab 26. September herzlich zum Wendejahrmarkt. © Foto: age
Alexandra Gebhardt / 27.08.2019, 17:45 Uhr
Brandenburg Kirmes bzw. "Rummel", wie der Jahrmarkt im Raum Brandenburg genannt wird, gehört zum Herbstanfang typischer Weise dazu. Wurde er von vielen in den vergangenen Jahren schmerzlich vermisst, kehrt in diesem Jahr ein Format der ganz besonderen Art in die Havelstadt ein. Der Kulturverein Päwesin, das Brandenburger Theater, das Industriemuseum und das Lunatiks-Theaterkollektiv laden vom 26. September bis 5. Oktober zum großen Wendejahrmarkt, der abseits der herkömmlichen musealen Angebote an die Friedliche Revolution im Herbst 1989 erinnern und die Geschehnisse der Wendejahre verdeutlichen will.

Herzstück des Kooperationsprojektes, an dem sich mittlerweile über 100 Akteure aus der Brandenburger Sport- und Kulturszene beteiligen, ist dabei ein großer Jahrmarkt, der die Besucher zum Mitmachen einlädt. An 30 selbstgebauten Stationen wie "Hau den Lukas", einer Glücksrad, "Fische angeln", Glückstaler schmieden, bei einer Wahrsagerin, Tombola, Musik und Tanz wird am 28. September von 14-22 Uhr und am 29. September von 11-20 Uhr am Industriemuseum dazu eingeladen, ernsthaft, aber auch mit Humor, auf die Ereignisse der Wende zurückzuschauen. Dazu wird das Schülerprojekt "Wendevarieté", das derzeit unter der Leitung von Museumspädagogin Susanne Lehmann und Schauspielerin Michelle Schmidt mit drei Gruppen Kinder und Jugendlicher einstudiert wird, mit Stelzenlauf, Tanz und Akrobatik, als sogenannter "Walking Act" für Unterhaltung sorgen. "Das bunte Treiben des Jahrmarkts ist in diesem Sinne ein Bild für die Hoffnungen, Enttäuschungen, Umwälzungen und Überraschungen der Wendezeit", verrät Danny Klein vom Kulturverein Päwesin, der schon seit über einem Jahr in den Vorbereitungen steckt.

Betroffen waren von genau diesen Veränderungen viele der damaligen Stahl- und Walzwerker, die im Mittelpunkt der "Blühenden Randschaften*Stahl", ein Rechercheprojekt der Theatergruppe Lunatiks, stehen. Sie haben Interviews mit gut 25 Zeitzeugen geführt und nutzen deren Erinnerungen, vom Arbeitsalltag zur Hochzeit des Werkes bis hin zu Schwierigkeiten der Planwirtschaft beim Übergangs zur Freien Wirtschaft, für ihre Aufführung, die im Rahmen des Wendejahrmarktes am Donnerstag, 26. September, um 19.30 Uhr Premiere im Industriemuseum feiert. Weitere Aufführungen finden am Sonntag, 29. September, um 17.30 Uhr, am Montag und Dienstag, 30. September und 1. Oktober, um 10 Uhr statt. "Die Ofenbühne mit einer solch großartigen Kulisse bespielen zu können, ist eine tolle Herausforderung. Wir wollen die Geschichten der Menschen von damals ins Jetzt zu bringen, zeigen, was die Wendejahre für sie bedeuten, und anregen, darüber nachzudenken, was das für das Heute bedeutet", so Janette Mickan, Projektleiterin der Lunaktiks.

Die Idee, die Biografien diverser Wendezeitzeugen in den Mittelpunkt ihrer Arbeit zu stellen, hatte auch der Kulturverein Päwesin, der seine Rechercheergebnisse jedoch in ganz anderer Art präsentiert: Eine Wenderevue wird am Samstag, 28. September, um 18.30 Uhr sowie am Sonntag, 29. September, um 15 Uhr in künstlerischer Form mit Tanz und Musik die Tradition des Arbeitervarietés aufgreifen. Präsentiert wird ein lustiges aber durchaus auch ernstgemeintes Volkstheater mit Liquidatoren-Casting, Investoren-Ballett und Pantomimen, inszeniert von Reimund Groß und Gernot Frischling. "Wir haben bei unseren Recherchen gemerkt, welche verschiedenen Rollen sich für die Menschen nach der Wende ergeben haben. Es gab Gewinner, genauso wie Verlierer. Aus diesen Gegensätzen ist letztendlich dann die Idee der Revue entstanden", erklärt Reimund Groß, der die Regie des Stückes übernommen hat. Begleitet wird die Wenderevue, die in kleiner Version am Samstag, 5. Oktober, um 17 Uhr nochmals im Päwesiner Pfarrgarten gezeigt wird, zudem vom Showballett Butterfly und Brandenburgs älteste Schülerband "Patchwork". Für einen stimmungsvollen Ausklang des Wendejahrmarktes sorgt dann das Kleinkunstfestival "Heimwerts", das am Samstag, 5. Oktober, ab 10 Uhr gemeinsam mit dem European Freestyle Skateboarding Championchips sicherlich noch einmal für einen Besucheransturm im Industriemuseum sorgen wird.

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