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Nahverkehr
Grüne regen Stadtbuslinien an

Mehr Busse für die Stadt: Für Hennigsdorf schlagen die Grünen eigene Linien vor.
Mehr Busse für die Stadt: Für Hennigsdorf schlagen die Grünen eigene Linien vor. © Foto: Burkhard Keeve
Roland Becker / 31.07.2019, 05:00 Uhr
Hennigsdorf (MOZ) Hennigsdorf soll sich einreihen in die Liste von mehr als 40 deutschen Städten, die den Klimanotstand ausgerufen haben. Ein entsprechender Antrag der Grünen wird am 8. August im Bauausschuss erstmals behandelt. Ziel ist es, dass die Politiker einer Stadt den Klimawandel anerkennen und mit einem Maßnahmenpaket versuchen, auf kommunaler Ebene die globale Erwärmung einzudämmen.

In den Mittelpunkt der Bemühungen wollen die Grünen eine Verkehrswende, Klimaschutzmaßnahmen an Gebäuden und eine klimaneutrale Energieversorgung von Neubauten stellen.

Für die kurzen Wege innerhalb der Stadt fordern sie Maßnahmen, die die Hennigsdorfer dazu bewegen, vom Auto aufs Rad, auf den Bus oder gar auf die eigenen Füße umzusteigen. Inklusive einer Bürgerbeteiligung wird ein entsprechendes Konzept bis Ende 2020 erwartet. Um das Radfahren und den Fußverkehr attraktiver werden zu lassen, soll ein Fuß- und Radverkehrsbeauftragter alle notwendigen Maßnahmen ergründen und koordinieren. Im Fokus steht dabei der Busverkehr. Bis März 2020 wird eine Analyse erwartet, die Taktverdichtungen und Änderungen von Linienführungen beinhaltet. Außerdem heißt es in dem Antrag: "Darin sollen Optionen für die Einrichtung von Stadtbuslinien enthalten sein." Derzeit wird das Stadtgebiet zwar von vielen Linien angefahren, allerdings gibt es keinen innerörtlichen Verkehr. Die auch innerstädtisch genutzten Linien von und nach Oranienburg, Spandau und Hohen Neuendorf sind wegen häufiger Verspätungen oftmals unzuverlässig.

Um mehr erneuerbare Energie zu gewinnen und einzusetzen, schlägt die Öko-Partei zudem vor, das Potenzial an Dächern zu ergründen, auf denen Photovoltaik- und Solarthermie-Anlagen installiert werden können. Darüber hinaus soll dem Stadtparlament bis März 2020 über die energetische Sanierung der Häuser von großen Vermietern wie der HWB und WGH berichtet werden. Für das Energiemanagement der städtischen Gebäude soll sich ein Klimaschutzbeauftragter kümmern. Erste Maßnahmen stehen für die Grünen schon fest, bevor dieser seine Arbeit beginnt: Klimaanlage und Heizung müssten im Rathaus so gesteuert werden, dass die Räume weder zu stark gekühlt noch zu sehr geheizt werden.

Gemeinsam mit den Linken wollen die Grünen Einwegbecher, wie sie zum Beispiel für Glühwein auf dem Weihnachtsmarkt benutzt werden, gegen Mehrweggeschirr austauschen. Die Grünen-Fraktionsvorsitzende Petra Röthke-Habeck verweist auf die guten Erfahrungen mit den Hennigsdorfer Festbechern zur Festmeile.

In den Anträgen spiegelt sich das neue Selbstbewusstsein der Grünen wider, die die Zahl ihrer Mandate im Mai auf vier verdoppeln konnten. Ob die Anträge eine Mehrheit finden, scheint völlig offen.

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