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Bürgerhaushalt
100 000 Euro für pfiffige Ideen

Der Bürgermeister, der Bürgerhaushaltsbeauftragte und ein Tier: Thomas Günther (links) präsentierte mit Thomas Eggert den Katta als Maskottchen für den diesjährigen Bürgerhaushalt.
Der Bürgermeister, der Bürgerhaushaltsbeauftragte und ein Tier: Thomas Günther (links) präsentierte mit Thomas Eggert den Katta als Maskottchen für den diesjährigen Bürgerhaushalt. © Foto: Roland Becker
Roland Becker / 08.01.2020, 17:14 Uhr
Hennigsdorf (MOZ) Und diesmal soll die Tausender-Grenze geknackt werden! An der dritten Ausgabe des Hennigsdorfer Bürgerhaushalts hatten mit 869 Hennigsdorferinnen und Hennigsdorfern zwar so viele wie noch nie abgestimmt. Dennoch waren der für den Bürgerhaushalt zuständige Rathausmitarbeiter Daniel Eggert und Bürgermeister Thomas Günther (SPD) mit der Resonanz nicht so ganz zufrieden gewesen. Immerhin war die Abstimmung erstmals auf zwei Tage verlängert worden und fand während der Festmeile auf dem Postplatz statt.

Am Mittwoch gaben die beiden Herren den Startschuss für die vierte Runde. Ab heute können die Einwohner der Stadt Vorschläge für den diesjährigen Bürgerhaushalt einbringen. Am einfachsten ist dies über die Internetseite www.buergerhaushalt.de möglich. Einsendeschluss ist der 29. Februar.

Das Prozedere ändert sich nicht. Sowohl vorschlags- als auch stimmberechtigt sind nur die, die in Hennigsdorf wohnen. Dafür gibt es aber keine Altersgrenze. Gescheitert war Ende vergangenen Jahres der Versuch der Grünen, das Budget von 100 000 Euro auf 150 000 Euro heraufzusetzen. Jeder einzelne Vorschlag darf nicht mehr als 20 000 Euro kosten und muss in die Zuständigkeit der Stadt fallen. "Manche wollten eine Bowlingbahn, ein Freibad oder ein Tropenhaus", erinnert sich der Bürgermeister. Diese Ideen sprengen natürlich den finanziellen Rahmen. Auch Wünsche nach einem Kaufhaus oder nach neuen Buslinien lassen sich  nicht erfüllen. Die Stadt hat hierbei nicht die Kompetenz, solche Vorschläge umzusetzen. "Das wäre zudem zu teuer. Viel Geld ausgeben, das können wir allein", scherzte das Stadtoberhaupt.

Seit Mittwoch hängen in der Stadt die Plakate, die fürs Mitmachen werben. Im vorigen Jahr stach ein Chamäleon hervor. "Dessen vielfältige Farben sollten die Vielfalt des Bürgerhaushalts widerspiegeln", erläuterte Eggert. In diesem Jahr schaut nun ein Tier vom Plakat, das auf den ersten Blick gar nicht zuzuordnen ist. Eggert konnte nachhelfen. Es handele sich um einen Katta, eine Lemurenart. "Das ist ein intelligentes Tier, das immer auf der Suche nach Ideen ist", erläuterte der Bürgerhaushalts-Chef.

Jahr für Jahr gestiegen ist die Zahl der eingereichten Ideen. Über 109 und 165 Vorschlägen wurden im vorigen Jahr 196 erreicht. In diesem Jahr könnte also die Schallgrenze von 200 überschritten werden. Die Vorschlagsliste wird im März und April geprüft. Für die letzte Sitzung vor den Sommerferien erhalten die Stadtverordneten dann eine Positiv-Negativ-Liste. Darin schlägt die Verwaltung vor, welche Ideen zur Abstimmung kommen sollen und welche außen vor bleiben. Die Einreicher werden dabei Schritt für Schritt mitgenommen. "Wir informieren über den aktuellen Bearbeitungsstand und informieren nach der Entscheidung in einer persönlichen Stellungnahme", verspricht Eggert. Abgestimmt werden kann dann wieder während der Hennigsdorfer Festmeile, und zwar am 29. und 30. August.

Viele der dank der beiden ersten Bürgerhaushalte umgesetzten Projekte stießen auf große Zustimmung. So waren die 100 Bienenbäume schnell vergeben. Auch der Barfußpfad an der Nieder Neuendorfer Naturbadestelle sowie die Terrasse der Stadtbibliothek wurden mit Beifall bedacht. Dass manche Hennigsdorfer die Bemühungen um eine lebenswertere Stadt konterkarieren, muss allerdings ebenfalls zur Kenntnis genommen werden. An den Graffiti-Wänden im Skaterpark gab es durch Vandalismus große und der Stadt teuer zu stehen kommende Schäden.

Im vorigen Jahr reichte das Geld für elf Vorschläge, die 2020 umgesetzt werden. Unter anderem werden Lernspielgeräte an der Nieder Neuendorfer Uferpromenade aufgebaut, Vogelkästen angebracht und ein Seifenkistenrennen veranstaltet. In der Adventszeit wird es einen Wunschweihnachtsbaum für bedürftige Kinder geben.

Nicht geschafft hat es 2019 die Idee, die der Bürgermeister als die in seinen Augen pfiffigste bezeichnete: die Mitmachaktion zum Thema "Henni(n)gsdorf – richtig schreiben".

Kino-Abende im Stadtklubhaus

Wie schon 2017 war auch bei der Abstimmung 2019 der Vorschlag erfolgreich, in der kinofreien Stadt sechs Filmabende zu veranstalten. Diese finden im Stadtklubhaus statt.

Die ersten Termine stehen fest: Zum Start gibt es am 16. Februar ab 15 Uhr den Familienfilm "Horton hört ein Hu". 26. März, 20 Uhr: "Der Junge muss an die frische Luft", 24. April, 20  Uhr: "The Rose".⇥rol

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