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Kometen sind eigentlich unscheinbare, gefrorene Klumpen - aber manchmal werden sie zu prächtigen Schweifsternen

Kosmische Herumtreiber aus Gas und Staub

Komet Donati
Komet Donati © Foto: wikipedia
Dieter B. Herrmann / 31.12.2012, 07:13 Uhr - Aktualisiert 08.04.2013, 11:11
Berlin (MOZ) In einer Serie stellt der Astronom Dieter B. Herrmann 24 Himmelsphänomene vor: Teil 11: Kometen

Beim Stichwort Komet denkt jeder unwillkürlich an ein leuchtendes Gebilde mit langem Schweif. Doch dieses prächtige Erscheinungsbild stellt sich nur unter besonderen Bedingungen ein.

Eigentlich sind Kometen unregelmäßig geformte kleine kosmische Körper mit Abmessungen von zehn bis höchstens einigen Dutzend Kilometern. Sie bestehen aus einem vergleichsweise lockeres Gemisch von gefrorenen Gasen und mineralischen Bestandteilen und bewegen sich auf lang gestreckten elliptischen Bahnen durch das Sonnensystem. Wenn sich solche Winzlinge noch weit entfernt von der Erde befinden, sind sie extrem lichtschwach, da sie lediglich im reflektierten Sonnenlicht strahlen. Gelangen sie allerdings in die Nähe der Sonne, dann beginnt ein dramatisches Geschehen: die Gase tauen auf und brechen aus dem Inneren des Körpers nach außen, wobei sie Staubpartikel mitreißen. So bildet sich eine Gas-Staub-Hülle um den Kometenkern.

Je näher das Objekt nun der Sonne kommt, um so stärker wirken Sonnenwind und Lichtdruck der Sonnenstrahlung auf diese Hülle ein und drücken sie in die Tiefen des Weltraumes. Jetzt hat sich der legendäre Schweif des Kometen gebildet, dessen gasförmige Bestandteile zum Leuchten angeregt werden, während die Staubkomponente das Licht der Sonne einfach reflektiert.

Leider bekommen wir auffällige Kometenerscheinungen nur selten zu Gesicht, obwohl im Planetensysteme viele hundert Milliarden vorhanden sind. Sie "schlummern" an den Grenzen des Systems im kosmischen Tiefkühlschrank der kugelschalig angeordneten "Oortschen Wolke", die nach dem niederländischen Astronomen Jan Hendryk Oort benannt ist. Immer wieder werden von dort Objekte in das innere Sonnensystem geschleudert und werden so zu langperiodischen Kometen mit Umlaufzeiten von über 200 Jahren. Die Schweifsterne mit kürzeren Umlaufzeiten stammen aus dem Kuiper-Gürtel, der jenseits der Bahn des Planeten Pluto beginnt. Doch nur wenige dieser Objekte entwickeln ein spektakuläres Erscheinungsbild. Für 2013 dürfen wir aber hoffen. Bereits im Sommer 2011 wurde auf Hawaii ein Komet entdeckt, dessen bisherige Bewegung und Eigenschaften ein helles Kometenphänomen gegen Ende 2013 erwarten lassen. Sehr sicher ist diese Prognose aber noch nicht.

Sternenhimmel im Januar: Das auffallendste Objekt des Nachthimmels ist weiter der Planet Jupiter. Strahlend hell steht er im "Goldenen Tor der Ekliptik" - zwischen den beiden offenen Sternhaufen Plejaden (Siebengestirn) und Hyaden. Der Ringplanet Saturn steigt im Sternbild Waage zum Beginn des Monats nach 3 Uhr über den Horizont, verfrüht aber seine Aufgangszeiten bis zum Monatsende um fast zwei Stunden. Der Fixsternhimmel prangt jetzt im Schmuck der Winterbilder. Orion ist zur Monatsmitte um 22 Uhr im Süden zu finden. Links unterhalb der hellste Fixstern des Himmels, Sirius, der Hauptstern im "Großen Hund". Mit seiner Entfernung von knapp neun Lichtjahren zählt er zu den Nachbarsternen unserer Sonne. Das geheimnisvolle Funkeln des Sirius entsteht allerdings in der Erdatmosphäre. Sein Licht legt für mitteleuropäische Beobachter einen besonders weiten Weg durch die Atmosphäre zurück, da er sehr tief über dem Horizont steht.

Dieter B. Herrmann wurde als Moderator populärwissenschaftlicher Sendungen bekannt und als langjähriger Leiter der Archenhold-Sternwarte Berlin. Video:moz.de/himmelsblicke

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