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Michael Maaß setzt weiterhin auf eine Förderung und auf Sponsoren.

Zukunft des Planetariums ungewiss

Aus den 1970er-Jahren: der alte Planetariumsprojektor im Wasserturm
Aus den 1970er-Jahren: der alte Planetariumsprojektor im Wasserturm © Foto: MOZ/Thomas Gutke
Thomas Gutke / 20.09.2016, 06:15 Uhr - Aktualisiert 20.09.2016, 12:32
Frankfurt (Oder) (MOZ) Unendliche Möglichkeiten, aber kaum Geld: Das Planetarium geht Ende September in seine zweite Saison. Die Zukunft der Einrichtung jedoch steht aus finanziellen Gründen in den Sternen. Neue Projektionstechnik haben die Betreiber erstmal vorfinanziert.

Das Bild hakt noch etwas, faszinierend ist der erste Eindruck dennoch. Schwerelos schwebt der Beobachter über eine felsige Wüstenlandschaft und fliegt geradewegs auf ein einsames Observatorium zu. Kurz vor der Landung friert das Testbild ein.

"Fulldome" nennt sich das moderne Ganzkuppelprojektions-system, bei dem der Zuschauer praktisch vollständig vom Bewegtbild umgeben ist und das vor allem in Planetarien Anwendung findet. Denn in den Halbkugeln ausschließlich auf Planetenfahrt zu gehen war gestern.

"Mit der Technik ist man noch mehr im Geschehen als in einem 3D-Film", erklärt Michael Maaß. Er ist einer von drei Enthusiasten, die das Planetarium im alten Wasserturm in Neuberesinchen seit gut einem Jahr betreiben und es damit vor der Schließung und dem Verfall bewahrten. Bis dahin hatte ein Lehrer des Gauß-Gymnasiums die Projektionseinrichtung ehrenamtlich betreut und Schülern zugänglich gemacht. 2015 ging er in den Ruhestand.

Ab Dezember 2015 gab es dann dank des Engagements von Michael Maaß, Andreas Jahn sowie Benjamin Heynoldt wieder Vorführungen und Veranstaltungen in der Halbkugel, ein Angebot nicht nur für Schulen und Kitas sondern für die breite Öffentlichkeit. Die gute Resonanz bestärkte die eigens gegründete Planetariumsbetriebs-Gesellschaft. Allerdings kann der rund 50 Jahre alte Zeiss-Projektor vom Typ ZKP-2 lediglich Sonne, Mond und Gestirne abbilden. Um dauerhaft Besucher für das Planetarium zu interessieren, musste über kurz oder lang ein zeitgemäßes Projektionssystem her. "Die Leute erwarten ein optisch ansprechendes Programm", sagt der Elektroingenieur aus Peitz.

Das bietet die Fulldome-Technik, die die Betreiber in etwas vereinfachter Version nun in Eigeninitiative angeschafft haben. Dank einer Software der Firma Vioso lässt sich das Projektionssystem in der verhältnismäßig kleinen Kuppel auch über zwei leistungsstarke Beamer realisieren. Umgebaut und installiert wird seit dem 12. September. Läuft alles nach Plan, dann könnten ab Ende des Monats Zuschauer im Planetarium als Biene über eine Blumenwiese fliegen oder bei einem Konzert von Pink Floyd hautnah mit dabei sein.

"Wir haben das alles erst einmal aus eigener Tasche bezahlt", sagt Michael Maaß. Denn Gespräche mit der Stadt über einen Investitionszuschuss oder Fördermittel hätten kurzfristig zu keinem Ergebnis geführt. Trotzdem brauche es nachwievor für einen nachhaltigen Betrieb des Planetariums finanzielle Unterstützung. "In anderen Städten geht das doch auch", sagt Maaß.

Die Möglichkeiten in Frankfurt allerdings "halten sich sehr in Grenzen, da das Angebot eines öffentlichen Planetariums eine freiwillige Aufgabe ist", argumentiert Ellen Otto. Sie hat das Thema als Leiterin des Schulverwaltungsamtes auf ihrem Schreibtisch, denn das Planetarium wird als Unterrichtsort betrachtet. Auf diesem Weg habe die Stadt auch 5 000 Euro bereitstellen können, um die alte Vorführtechnik warten und reparieren zu lassen. Doch: "Investive Mittel stehen keine zur Verfügung". Das gelte auch für den Eigenanteil für mögliche Fördermittel. "Gute Ideen gibt es ohne Zweifel, aus denen für unsere Stadt unbestritten ein attraktives Kultur- und Bildungsangebot im Wasserturm entwickelt werden könnte. Die Lösungen fehlen noch. Das bedeutet nicht, dass die Stadt kein Interesse hat", sagt Ellen Otto.

Die Hoffnung auf eine langfristige Perspektive für das Planetarium hat Michael Maaß trotz allem noch nicht aufgegeben. Er setzt weiter auf eine Förderung, aber auch auf Sponsoren, die sich an den Lizenzgebühren für Filme und Programme beteiligen. Doch der ehrenamtliche Astronom weiß auch: "Wenn es nicht vorwärts geht, dann leidet irgendwann die Motivation."

Mehr Informationen unter: http://planetarium-frankfurt.de/

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