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Vereine beim Lehnitzer Fest der Integration

Sport als verbindendes Element

Kitzelt auf der Haut: Bodypainter Ingo Körner ließ die vierjährige Camina aus Bötzow zur Tigerin werden. Das Mädchen hatte viel Spaß dabei.
Kitzelt auf der Haut: Bodypainter Ingo Körner ließ die vierjährige Camina aus Bötzow zur Tigerin werden. Das Mädchen hatte viel Spaß dabei. © Foto: MZV
Lucas Vogel / 12.12.2016, 07:11 Uhr
Lehnitz (OGA) "Egal aus welchen Ländern die Kinder und Jugendlichen kommen oder welche Schicksale sie erlitten haben - der Sport ist eine universelle Sprache, die alle sprechen und die verbindet", erklärt Matthias Senger, Geschäftsführer beim Kreissportbund Oberhavel (KSB). Am Sonnabendvormittag steht er im blauen Trainingsanzug in der Turnhalle auf dem Gelände der ehemaligen Bundeswehrkaserne in Lehnitz, in der sich mittlerweile eine Notunterkunft für Flüchtlinge befindet. Senger moderiert das Fußballturnier. Zwölf Mannschaften, zusammengewürfelt aus Teilnehmern unterschiedlicher Nationen und Altersklassen, haben sich für das Turnier angemeldet. "Mit einem so großen Teilnehmerfeld habe ich ehrlich gesagt nicht gerechnet", gibt Senger stolz zu.

Doch nicht nur Fußball wird bei diesem Sportfest für Integration angeboten. Es gibt ein Volleyballfeld, eine Torwand, eine Hüpfburg, ein Trampolin, einen aufblasbaren Kletterberg und überdimensionale Varianten der Spiele Schach, Mühle und Vier gewinnt. Die Auswahl ist groß, und überall herrscht reges Treiben.

"Die Organisation hat schon einige Wochen gedauert. Umso schöner ist es, dass die Veranstaltung so gut angenommen wird", freut sich Senger. Neben dem KSB beteiligen sich zahlreiche andere Vereine am Sportfest. Unter anderem der Familiensportverein Oberhavel, der Verein Atlantis Velten, bei dem Jugendliche das brasilianische Capoeira, eine Mischung aus Tanz und Kampfkunst, erlernen können, sowie die Kindervereinigung Hohen Neuendorf und der Oranienburger FC Eintracht 1901, der zwei Jugendmannschaften beim Fußballturnier stellt, sind dabei.

Im Vorraum zur Turnhalle hat sich der Airbrushkünstler und Bodypainter Ingo Körner aus Berlin eingerichtet. Er sprüht mit Schablonen Fabelwesen in schillernden Farben auf das gewünschte Körperteil - natürlich leicht abwaschbar. Mehdi aus dem Iran und Navid aus Afghanistan, beide zwölf Jahre alt, schauen gespannt zu, wie Ingo Körner der vierjährigen Camina aus Bötzow einen Tiger auf den Oberarm sprüht, die dabei sichtlich ihren Spaß hat. "Das kitzelt so", sagt sie und lacht.

Einen Raum weiter probt normalerweise der Kinderchor Sununu, was deutsch Schwalbe bedeutet. Die achtjährige Tasmin sowie die zehnjährigen Haifa und Mais üben hier regelmäßig mit ihrer Chorleiterin für ihre Auftritte. Gerade sind sie von einer Vorführung aus dem Oranienburger Schloss zurückgekommen. Nun sitzen sie nebeneinander auf Ruderergometern des KSB, der damit normalerweise Fitnesstests an Schulen durchführt. KSB-Mitglied Nadine Schmidt erklärt den Mädchen, wie die richtige Ruderbewegung aussieht. Auf einer Leinwand können sie dann verfolgen, wer bei dem virtuellen Rennen die Nase vorn hat.

"Wir möchten uns ganz herzlich beim Land Brandenburg für die finanzielle Unterstützung bedanken. Sonst wäre diese Veranstaltung so nicht umsetzbar gewesen", sagt der KSB-Vorsitzende Frank Müller.

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