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Über die außerirdische Wohngemeinschaft

Die Autorin stellt ihr Buch am Mittwoch in Rathenow vor.
Die Autorin stellt ihr Buch am Mittwoch in Rathenow vor. © Foto: wernitz
Sandra Euent / 02.04.2017, 06:00 Uhr
Rathenow (MOZ) Ein Jahr, völlig abgeschieden von der Welt, auf einem Lavafeld am Rande eines Vulkans auf einer der hawaiianischen Inseln. Die zu der Zeit 29-jährige Physikerin Christiane Heinicke hat genau das gemacht. Als einzige Deutsche nahm sie an einem Experiment der NASA teil, bei dem das Leben auf dem Mars simuliert werden sollte.

Bis es zu einer echten Mars-Mission kommt, dauert es vielleicht noch Jahre oder auch Jahrzehnte. Doch welche Probleme auf eine Gruppe von Menschen zukommen könnten, die allein, fast ohne Kontakt zur Außenwelt eine Station auf dem Mars aufbauen und zusammen leben müssen, will nicht nur die NASA natürlich vorher wissen.

Dazu wurden bereits eine Reihe von verschiedenen Simulationen und Szenarien durchgeführt. Keine davon so umfangreich wie das, was im Sommer 2015 auf Hawaii gestartet wurde. Zusammen mit fünf anderen Menschen hat Christiane Heinicke so zwölf Monate in einem sogenannten Habitat verbracht. Ein aus Zeltplanen bestehender Kupelbau, in dem sich neben sechs Crewquartieren ein Gemeinschaftsraum, eine Küche, zwei Kompost-Toiletten und Labore befanden.

Die Teilnehmer an dem Experiment waren mehr oder weniger auf sich allein gestellt. Hilfe und Tipps kamen nur per E-Mail und das auch noch mit Zeitverzögerung, um die Bedingungen noch etwas realer zu gestalten. Weitere Unterstützung von außen gab es eigentlich nur in Form vom Wiederbefüllen des Wassertanks.

Trotzdem war die Gruppe angehalten, mit dem Wasser so sparsam wie möglich umzugehen. Denn für eine echte Mars-Mission müsste Wasser mitgeführt oder mühsam aus dem Gestein gewonnen werden. Genau mit dieser Art der Wassergewinnung beschäftigte sich auch Christiane Heinicke in ihrem "Mars-Jahr", worüber sie in ihrem Buch geschrieben hat, das im März erschienen ist. Titel: "Leben auf dem Mars. Mein Jahr in einer außerirdischen Wohngemeinschaft".

Alle Teilnehmer der Simulation hatten sich im Vorfeld bestimmte Themen und Fragestellungen gesucht, die sie während des Aufenthalts erforschten. Aber hauptsächlich waren alle Sechs teil eines großen Gruppenexperiments. Denn schließlich sollten mit der ein Jahr lang dauernden Simulation Fragen nach dem Zusammenleben in Gruppen und dem damit verbundenen (emotionalen) Stress geklärt werden. Um es vorweg zu nehmen: Alle haben die vollen zwölf Monate durch gezogen. Wie sich die Beziehungen innerhalb der Crew und das Zusammenleben entwickelten, aber natürlich auch wie die Experimente und die vielen Außeneinsätze in simulierten Raumanzügen liefen, hat die Autorin für die interessierte Leserschaft zusammengefasst. Ihr im Knaur-Verlag herausgegebenes Buch liefert einen Einblick in dieses, bis jetzt einmalige Experiment. Um es persönlich vorzustellen, gastiert Christiane Heinicke am Mittwoch, 5. April, im Havelrestaurant Schwedendamm zu einer Lesung. Los geht es um 19.00 Uhr. Tickets sind in der Buchhandlung Tieke erhältlich.

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