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Ein Spaziergang durch das Labyrinth "Atlantis" auf dem Frankfurter Weihnachtsmarkt

Hinter den Spiegeln

Sonja Jenning / 13.12.2017, 06:34 Uhr
Frankfurt (Oder) (MOZ) Jeden Tag ein Türchen öffnen, das ist Alltag im Advent. Die Märkische Oderzeitung schaut in diesen Tagen hinter Türen, die für neugierige Blicke sonst verschlossen bleiben. Heute: Das Spiegellabyrinth "Atlantis" auf dem Frankfurter Weihnachtsmarkt.

Der Weg scheint klar, der Ausgang bereits zum Greifen nah - da stoßen die Finger der ausgestreckten Hand gegen ein unsichtbares Hindernis. Also zurück: Rechts, links, rechts. Nur noch um die nächste Ecke... Und plötzlich steht man sich selbst im Weg und wirft seinem eigenen Spiegelbild einen enttäuschten Blick zu. Wieder zurück: Links, rechts, links. Nein. Andersherum? Die Sinne verwirren sich. Was ist Täuschung, was Realität? Und warum üben Labyrinthe diese merkwürdige Faszination aus?

André Schauerjans beschreibt es als eine Mischung aus Spaß am Versteckspiel und dem Ehrgeiz, den richtigen Weg zu entdecken. "Wenn es zu lange dauert, gebe ich den Leuten auch mal einen Tipp", sagt er und schmunzelt. Er sitzt im Kassenhäuschen des Spiegellabyrinths "Atlantis" auf dem Frankfurter Weihnachtsmarkt. Die Attraktion ist mit Kameras ausgestattet, so dass der Schausteller immer den Überblick behält, wer sich gerade wo verlaufen hat. Wobei es natürlich immer wieder Besucher gebe, die den Irrgarten binnen Minuten passieren. "Aber die bringen sich auch um eine Menge Spaß", meint André Schauerjans schulterzuckend.

Der 50-Jährige entstammt einer alten Schaustellerfamilie, ist zwischen Karussells und Losbuden aufgewachsen und sonst mit eigenen Spielgeschäften wie Eimerwerfen oder Torwandschießen, auf Jahrmärkten unterwegs. Das Spiegellabyrinth gehöre seinem Cousin, erzählt er, aber der sei gerade mit einer anderen, familieneigenen Attraktion - dem Magic House, halb Geisterbahn, halb Kabinett der Illusionen - in Delmenhorst unterwegs.

Und so ist André Schauerjans seit Beginn des Frankfurter Weihnachtsmarktes Ende November auf dem unteren Brunnenplatz tagtäglich ab 11 Uhr am Spiegellabyrinth anzutreffen. Geeignet ist das Laufgeschäft für alle Altersgruppen. Jugendliche haben genauso ihren Spaß wie Kleinkinder mit ihren Eltern oder Großeltern. "Die Kleinen finden meist schneller den richtigen Weg als die Großen und sind dann natürlich mächtig stolz", hat André Schauerjans festgestellt. Jeden Abend ist er damit beschäftigt, die Spuren der Besucher, nämlich Hunderte von Fingerabdrücken, von den Glasscheiben und Spiegeln zu entfernen.

Im Familienbesitz ist das Spiegellabyrinth erst seit dem vergangenen Jahr. "Es war schon ausrangiert, stand in Nürnberg in einer Halle", erinnert sich André Schauerjans. Ausgestattet mit neuen Scheiben und Spiegeln und einer neuen Lichtanlage tourte es bislang durch den nord- und süddeutschen Raum. "In Frankfurt (Oder) bin ich zum ersten Mal", sagt der Schausteller. Ein Kollege habe den Weihnachtsmarkt empfohlen. Doch bislang laufe das Geschäft nicht zufriedenstellend. "Wochentags kommen zu wenige Besucher", bringt André Schauerjans es auf den Punkt. "Platzgeld, Strom- und Anfahrtkosten habe ich noch nicht wieder eingenommen." Ob er nochmal wiederkommt, sei daher ungewiss.

Mit dem Weihnachtsmarkt in der Oderstadt endet am 20. Dezember auch für den Schausteller die Saison. Es folgt die Zeit der Reparatur- und Instandsetzungsarbeiten. Unter anderem wird das Spiegellabyrinth verändert und mit neuen Überraschungseffekten ausgestattet, verrät André Schauerjans. Kurz vor Ostern soll es dann wieder auf Tour gehen, wohin ist noch unklar, der Tourenplan noch nicht geschrieben.

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