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Großes Interesse an Live-Operation beim Tag des Herzzentrums / Wissenschaftliche Arbeit vorgestellt

Im Dienst des Herzens

Bild von der Übertragung einer Operation zur Erneuerung einer Aortenklappe.
Bild von der Übertragung einer Operation zur Erneuerung einer Aortenklappe. © Foto: MOZ/Sergej Scheibe
Brigitte Horn / 10.11.2014, 08:00 Uhr
Bernau (MOZ) Beim nunmehr 22. Tag des in Bernau beheimateten Herzzentrums hat sich diese bedeutende Einrichtung des Landes Brandenburg einem breiten Publikum vorgestellt. Sach- und fachkundig wurden die mehr als 300 Besucher über die Möglichkeiten und die Praxis der Herzchirurgie informiert.

Mit welcher Akribie, wissenschaftlichem Engagement, aber auch mit welch großer Souveränität am Immanuel Klinikum Herzzentrum Brandenburg in Bernau gearbeitet wird, war am Sonnabendvormittag im Paulus-Praetorius-Gymnasium zu besichtigen. Die Besucher konnten auf der Leinwand live die Erneuerung einer Aortenklappe verfolgen. Sie sahen mit welcher Ruhe und Professionalität das OP-Team arbeitete und während dieses Eingriffs auch noch per Live-Schaltung mit dem Moderator in der Aula kommunizieren konnte.

Gezeigt wurde aber auch die wissenschaftliche Arbeit, also der Test neuer Methoden, bevor sie am Menschen praktiziert werden. So sahen die Besucher im Hämodynamiklabor nicht nur das Modell eines künstlichen Herzens, sondern wie eine neue Herzklappe in eine kranke eingesetzt werden kann. Der Clou daran: Die Klappe lässt sich so weit zusammendrücken, dass sie über eine Vene bis zum Herzen geschoben, dort eingesetzt und entfaltet werden kann. Damit sei keine große Operation mit der Eröffnung des Brustkorbs erforderlich, erklärte Chefarzt Prof. Dr. Johannes Albes. Diese Methode ist einer der Bausteine in der besonderen Thematik des diesjährigen Tags des Herzzentrums, die da lautet "Weniger ist mehr - individualisierte Therapiekonzepte für kritisch kranke Patienten".

Man wolle auch keine Sensationen präsentieren, sondern das zeigen, was tagtäglich im Herzzentrum passiert, fasste Albes das Anliegen des Tages zusammen, um nach der Schaltung in den Operationssaal das dortige Geschehen zu erläutern.

Für zwei Besucher war dies offenbar dann doch zu sensationell und beeindruckend, sodass sie bei den Live-Bildern von der Operation am offenen Herzen plötzlich außer Gefecht waren. Der Chefarzt der Kardiologie, Christian Butter, sah umgehend nach ihnen, bevor sie vom Rettungsdienst weiter betreut wurden. "Umgekippt ist mein Mann, aber ich bin eigentlich die Patientin", sagte Margot Schoppa, der eine Herz-OP bevorsteht. Ihr Partner war inzwischen wieder auf den Beinen und konnte über den Scherz, dass die Frauen wohl die stärkeren sind, mitlachen.

Indessen war sowohl in der Aula überlebensgroß, als auch im Foyer auf einem Monitor der Fortgang der Erneuerung der Aortenklappe zu sehen. Gezeigt wurden dabei ebenso die Verkalkungen an der Herzklappe, die die OP notwendig gemacht haben sowie die Folgen von falscher Ernährung, Bewegungsmangel und anderem sichtbar werden ließen.

Mit welcher Professionalität das alles beim Tag des Herzzentrums präsentiert wurde, hat den Schumanns aus Finowfurt gefallen. "Mein Mann hatte vor drei Jahren eine Herz-Operation. Und da ist es sehr interessant, wenn man sieht, wie das gemacht wurde", sagte Sabine Schumann. "Es gefällt mir hier sehr gut", sagte auch Bernhard von Mirbach aus Eberswalde, der ebenso wissen wollte, wie er selbst vor ein paar Jahren operiert worden ist.

Die Besucher konnten sich aber nicht nur über das Geschehen im Operationssaal informieren. Im Foyer waren einige Medizintechnik-Anbieter mit einem Stand vertreten. Die Sorin Group Deutschland GmbH etwa stellt künstliche Herzklappen her. "Wir klären die Patienten auf, wie sie funktionieren und nehmen ihnen so ein Stück weit die Angst", sagte Ines Kittner.

Zum Tag des Herzzentrums waren auch der neue Bürgermeister von Bernau, André Stahl (Linke), und die Präsidentin des Landtags, Britta Stark, gekommen. Dabei würdigte Stahl unter anderem, dass Bernau durch die Kooperation des Immanuel Klinikums mit der gerade erst gegründeten Medizinischen Hochschule Brandenburg nun auch Hochschulstandort sei. Britta Stark wies in ihrer Rede auch darauf hin, dass das Herzzentrum sowohl von den Einweisern als auch den Patienten voll angenommen wird.

Schlagwörter

Herzzentrum André Stahl Herzchirurgie Margot Schoppa Akribie

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