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Freundliche Ansprache und kleine Geschenke kommen bei Patienten des Bernauer Klinikums gut an

Bescherung
Herzenssache im Herzzentrum

Im Auftrag des Weihnachtsmannes: Seelsorger Ralf Greif, Chefarzt der Herzchirurgie, Dr. Johannes Albes, Pflegedirektorin Birgit Pilz und Schwester Michaela Schweitzer (v.l.)
Im Auftrag des Weihnachtsmannes: Seelsorger Ralf Greif, Chefarzt der Herzchirurgie, Dr. Johannes Albes, Pflegedirektorin Birgit Pilz und Schwester Michaela Schweitzer (v.l.) © Foto: MOZ/Andrea Linne
Andrea Linne / 26.12.2017, 18:59 Uhr
Bernau (MOZ) Zu Weihnachten im Krankenhaus - ein Albtraum! Für mehr als 270 Menschen wurde genau dieser aber wahr. Mit freundlichen Worten und kleinen Geschenken machte sich eine Abordnung des Weihnachtsmannes Heiligabend auf den Weg über die Stationen des Immanuel-Klinikums Bernau - Herzenssache im Herzzentrum sozusagen.

Dass dies kein Pflichttermin ist, wird schnell klar. Pflegedirektorin Birgit Pilz, unterstützt von Schwestern und Ärzteschaft sowie von Krankenhaus-Seelsorger Ralf Greif, hat für jeden ein aufmunterndes Wort parat. Die Hand zu streicheln, in den Arm zu nehmen oder einfach nur von den Sorgen zu hören, das war ihr eigens vom obersten Chef, dem Weihnachtsmann, erteilter Auftrag an diesem Sonntag.

In den Tüten haben die Hauswirtschafterinnen rund um Bärbel Schmidt liebevoll verpackt, was Wärme verströmt. Kuschelsocken oder schöne Düfte, aber auch Wärmflaschen und Duschbäder stecken darin. Die Patienten freuen sich und haben viele dankbare Worte für die Schwestern und Ärzte, die Servicekräfte, die Küche und alle anderen parat, die sie umsorgen.

Dass es so schnell gehen würde und er auf einer Krankenhausstation landet, hätte Ralf Händel aus Wandlitz nicht gedacht. Nun liegt er auf Station 5, der Herzchirurgie. "Weihnachten wird nachgefeiert, wenn ich wieder daheim bin", sagt der 56-Jährige. Chefarzt Dr. Johannes Albes, der dem Spezialtross auf der Herzchirurgie-Station wie alle anderen Chefärzte auf ihren Stationen angehört, lobt den Patienten. Die OP ist erst vier Tage her, und doch macht Ralf Händel gute Fortschritte. Noch liegt er an einer Überwachungseinheit, doch bald wird er auf ein gewöhnliches Patientenzimmer wandern. Schwester Michaela Schweitzer, die als stellvertretende Leiterin von Station 5 große Verantwortung trägt, freut sich über sein Lob. Frau und vier Kinder warten auf Ralf Händel daheim.

Auf der Bettkante rutscht Patient Willi Raatz schon herum, die Tasche ist gepackt. Er stammt aus Neubrandenburg und hofft, noch Heiligabend nach Hause zu können. Pflegedirektorin Birgit Pilz stellt schnell Gemeinsames mit dem 80-Jährigen fest. Denn auch sie kommt aus Mecklenburg. "Da können wir ja platt schnacken", freut sich Willi Raatz. "Oh ja", lacht die 56-Jährige zurück. Daheim wartet schon die Familie auf sie. "Wir machen das jetzt im 23. Jahr, das lassen wir uns nicht nehmen", sagt die vor Enthusiasmus sprühende gebürtige Malchinerin. Sie berichtet den Patienten aus der Geschichte des Immanuel-Klinikums. "Nächstes Jahr feiern wir schon unser 20. Jahr am Standort Bernau", erzählt sie.

Jürgen Reddemann atmet schwer. Er hat eine große Operation hinter sich. Der 64-jährige Sommerfelder ist froh über die kleine Abwechslung. Wie ihm geht es mehr als 270 Patienten, die ihre Weihnachtstage im Herzzentrum Bernau verbringen müssen. Für die mehreren hundert Beschäftigten ist die Feiertagsarbeit Alltag. "Wir wechseln uns ab, ein Teil ist zu Weihnachten hier, der andere zu Silvester", ist Michaela Schweitzer ganz entspannt unterwegs. Gemeinsam mit den vielen Pflegekräften sorgt sie sich täglich um Kinder, Frauen und Männer im Haus, da macht es, sagt sie, keinen Unterschied, ob Weihnachten ist.

Auch Oberarzt Dr. Thomas Claus sieht das entspannt. "Wir werden um 11.30 Uhr operieren, die Patientin kann nicht länger warten", sagt er. Dann stehen mit ihm sechs weitere Klinikmitarbeiter am OP-Tisch, um den Bypass zu legen. Dreieinhalb bis vier Stunden dauert der Eingriff, 24 Stunden sein Dienst. "Dann kommt ein anderer Kollege zum Zug", lacht der Oberarzt und setzt die Visite fort.

360 Patienten kann das Klinikum aufnehmen. Über sieben Stationen, inklusive Intensivstation, werden sie verteilt. Physiotherapeuten, Pflegekräfte, Ärzteschaft, Seelsorger, Reinigungs- und Küchenkräfte sowie Servicepersonal ist im Einsatz - rund um die Uhr. "Aber so ist es in vielen Berufen, wir grüßen alle!", sagt Schwester Michaela Schweitzer und lacht.

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