Das Nachrichtenportal für Brandenburg
Startseite Märkische Onlinezeitung - MOZ.de

Ab sofort kümmert sich ein Stauwart um die Bedienung und Pflege vieler Wasserbauwerke in der uckermärkischen Landschaft.

Dürre oder Flut
Genügend Wasser für alle

Oliver Schwers / 11.04.2019, 06:15 Uhr
Günterberg (MOZ) Die Uckermark braucht mehr Wasser in der Landschaft. Das wollen Landwirte, Waldeigentümer und Wiesennutzer. Was Dürre anrichten kann, hat der vergangene Hitzesommer gezeigt. Doch manchmal ist es auch zu viel an Regen, so wie in den Jahren 2016 und 2017, als es gar ein Binnenhochwasser gab.

Um das, was ankommt, besser zu verteilen, und den Landwirten maximale Wasserstände zu liefern, hat der Wasser- und Bodenverband Welse die Sache nun selbst in die Hand genommen. Die gesetzlichen Grundlagen dafür gelten seit ein paar Monaten. Zurzeit sind seine Mitarbeiter unterwegs, um überhaupt festzustellen, wo Stauanlagen existieren, in welchem Zustand sie sind und was getan werden muss.

Schon bei der diesjährigen Gewässerschau wird das Ausmaß deutlich: Seit 25 Jahren hat sich niemand mehr richtig um Stauanlagen an Gräben und Wassersystemen in der Uckermark gekümmert. Sogar Schöpfwerke wurden wegen umstrittener Eigentumsverhältnisse und Zuständigkeiten vernachlässigt.

Seit 1. Januar gibt es nun einen Stauwart. Er heißt Tino Jordan und ist für die Bedienung, Unterhaltung, Wartung und Pflege der Staue zuständig. An der Sernitz öffnet er eine der aus der Landschaft herausragenden Röhren. Darin schießt das Wasser des Flüsschens. Ein paar hundert Meter weiter befindet sich eine Metallkonstruktion am Plattenweg nach Bruchhagen, 1981 gebaut und etwas lädiert. Es ist ein Wasserverteiler. "Ohne dieses Wehr würde hinten in den Wiesen nichts ankommen", erklärt Christine Schmidt, Chefin des Wasser- und Bodenverbands. Das einst ausgeklügelte System hat mehrfache Funktionen. Bei zu viel Regen soll es dafür sorgen, dass keine Wiesen überflutet werden. Bei Niedrigwasser sollen alle Teile des alten Niedermoors genug Wasser bekommen, um die Bodenfruchtbarkeit zu erhalten. "Eigentlich wird die Melioration jetzt erst richtig betrieben", sagt Rüdiger Michels vom Biosophärenreservat Schorfheide-Chorin bei der Gewässerschau. Denn auch zu DDR-Zeiten gab es nach dem Bau geteilte Zuständigkeiten und kaum einheitliche Regelungen.

Verband gründet Staubeirat

Gemeinsam mit den Verbandsingenieuren, mit der Naturwacht, mit der Wasserbehörde des Landkreises und Landwirten stapft er durch die Wiesen. Der Bodenverband hat extra für die künftige Wasserregulierung sechs Grünlandschaubezirke an der Randow, der Unteren und der Mittleren Welse, am Schmidtgraben, an der Sernitz und im Gartzer Bruch/Polder 5 und 6 festgelegt und einen Staubeirat gegründet. "Das ist ein demokratisches Gremium für unterschiedliche Interessen", betont Michels. "Keiner hat mehr Macht als der andere." Mit Überzeugung müsse man die Wasserrückhaltung in der Landschaft betreiben. Denn Wasser fließt nicht nur an einer Wiese vorbei. Wer oben etwas anstaut, dreht dem unten liegenden den Hahn ab.

Bauer Manke holt die Gewässerschau auf seine Flächen bei Frauenhagen. Hier funktioniert das System nicht mehr. Der Graben müsse profiliert werden. Die Ingenieure nehmen sich der Sache an.

Infotitel

Hier beginnt der Infotext fett danach wieder normal⇥Autor XXX

Schlagwörter

Leserforum

Um einen Kommentar zu schreiben, melden Sie sich bitte oben rechts an. Falls Sie noch keinen Login haben, registrieren Sie sich bitte.

Alle Leserkommentare geben ausschließlich die persönlichen Ansichten und Meinungen des Autors wieder und sind keine redaktionelle Meinungsäußerung. Für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Inhalte übernimmt die Redaktion keinerlei Gewähr.

Ihr Kommentar zum Thema

Kommentartitel
Name
(öffentlich sichtbar)
Email
(wird nicht veröffentlicht)
(Ihr Name wird auch in der Zeitung veröffentlicht. Die Adresse wird nicht veröffentlicht.)
© 2019 MOZ.de Märkisches Medienhaus GmbH & Co. KG