Das Nachrichtenportal für Brandenburg
Startseite Märkische Onlinezeitung - MOZ.de

Gefahr für Fußgänger
Trockenheit bedroht Parks in Brandenburg

Ulrich Thiessen / 06.06.2019, 19:00 Uhr
Potsdam (MOZ) Die zweite Trockensaison in Folge belastet die Parks in Brandenburg stark. Die Stiftung Schlösser und Gärten griff am Donnerstag zu drastischen Mitteln und sperrte Teile des Parks Sanssouci.

In den höheren Teilen der Anlage mache sich die Trockenheit besonders drastisch bemerkbar und führe zu Astabbrüchen, lautete die Begründung. Betroffen sind vor allem die Rotbuchen, so der Kustos der Gartendenkmalpflege, Jörg Wacker. Die Bäume im Park hatten 2003, 2015 und 2018 unter Trockenstress zu leiden, jetzt setzt sich dies fort. Bemerkbar macht sich das durch Abbrüche von großen Ästen oder Teilen der Baumkrone. Die müssen nicht einmal vertrocknet sein, erläutert Wacker. Bei fehlendem Wasser reicht die Spannung im Baum nicht aus, die Statik stimmt nicht mehr. Betroffen sind auch die Eichen. Insgesamt sind 400 bis 600 Bäume im Park von Sanssouci durch den Wassermangel gefährdet, leider auch große Solitäre, die das Landschaftsbild prägen. Hinzu kommen tierische Schädlinge und Pilzbefall.

In Sanssouci wurden bereits bis auf die drei Hauptfontänen alle Springbrunnen gedrosselt. Das Havelwasser, das in das große Becken auf den Ruinenberg gepumpt wird, soll vorwiegend der Wässerung dienen. Aber für alle 28.000 Bäume im Park, die Hecken, Blumen und Wiesen reicht es nicht, sagt Wacker.

Die Probleme von Sanssouci kennt man auch im Park Branitz. Im dortigen Pückler-Park sind schon mehrere starke Äste abgebrochen. Das Geländer einer kleinen Brücke wurde dabei zerstört, berichtet der Direktor der Pücklerstiftung, Gerd Streidt. Personenschäden gab es nicht. In Branitz startet ein Monitoringverfahren um die Trockenschäden von 2018 zu erfassen. Sperrungen sind aktuell nicht vorgesehen, stattdessen werden die Bäume entlang der Wege intensiv zurück geschnitten.

Im Park von Neuhardenberg sind die Eichen das Problem. Obergärtner Uwe Klamandt schildert, dass sie superlange Äste ausbilden, die irgendwann an ihre statischen Grenzen stoßen. Dann brechen sie ohne Vorwarnung, ohne Windeinwirkung ab. Sperrungen mussten aber noch nicht vorgenommen werden. Der Grundwasserstand im Oderbruch ist relativ beständig, sagt Klamandt. Sorgen bereiten eher die Binnenhochwasser, die vor einigen Jahren die Eschen und Erlen an den tiefer gelegenen Parkrändern dezimierten.

Im Park vom Kloster Neuzelle sind ebenfalls keine Sperrungen notwendig. In der Nähe der Oder profitiert man von hohem Schichtenwasser, so der Leiter der Gartenabteilung Ralf Mainz. Die Verluste von vier alten Linden auf dem Stiftsplatzund einer großen Blutbuche auf dem Weinberg gehen auf die Bauarbeiten der vergangenen Jahre und die dabei verursachten Wurzelschäden zurück.

Entwarnung gibt es auch in Rheinsberg. Einige Bäume im Schlossparkleiden noch unter dem Trockenstress des vergangenen Jahres. Astabbrüche gab es bislang nicht, sagt Gartenleiter Mathias Gebauer. Das mag auch daran liegen, dass ein Sturm 2017 große Schäden unter den Buchen angerichtet hat.

Auch der Park von Schloss Steinhöfel (Oder-Spree) hat aktuell keine Probleme mit seinem Baumbestand. Die Bäume haben den Trockenstress gut weggesteckt, so der zuständige Gärtner Burghard Schmidt. Das mag auch daran liegen, dass der Park an der Stelle einesehemaligen Eichenbruchs, einem relativ feuchten Gebiet, errichtet wurde.

Schlagwörter

Trockensaison Mathias Gebauer Trockenheit Uwe Klamandt Astabbruch

Leserforum

Um einen Kommentar zu schreiben, melden Sie sich bitte oben rechts an. Falls Sie noch keinen Login haben, registrieren Sie sich bitte.

Alle Leserkommentare geben ausschließlich die persönlichen Ansichten und Meinungen des Autors wieder und sind keine redaktionelle Meinungsäußerung. Für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Inhalte übernimmt die Redaktion keinerlei Gewähr.

Ihr Kommentar zum Thema

Kommentartitel
Name
(öffentlich sichtbar)
Email
(wird nicht veröffentlicht)
(Ihr Name wird auch in der Zeitung veröffentlicht. Die Adresse wird nicht veröffentlicht.)
© 2019 MOZ.de Märkisches Medienhaus GmbH & Co. KG