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Naturschutz
Ein alter Flussarm des Rhin wird renaturiert

Wassersportler auf dem Alten Rhin zwischen Rheinshagen und Zippelsförde.
Wassersportler auf dem Alten Rhin zwischen Rheinshagen und Zippelsförde. © Foto: MOZ
Brian Kehnscherper / 14.06.2019, 10:04 Uhr
Rheinshagen (MOZ) Brandenburgs Umweltstaatssekretärin Carolin Schilde besichtigte am Mittwoch ein bereits abgeschlossenes Projekt am Rhin bei Zippelsförde. Die Stiftung Naturschutzfonds Brandenburg hat mit Hilfe von zwölf sogenannten Ausfachungsbuhnen  auf einer Länge von 1,2 Kilometern die Strömung des Rhins umgelenkt.

Für eine bessere Beschiffbarkeit ist der Rhin, wie viele andere Gewässer, begradigt worden. Das hat zur Folge, dass das Wasser sehr träge fließt. Der Naturschutzfonds hat im Rahmen des "Feuchtwälder"-Projekts Erlen- und Robinienstämme ins Flussbett verankern lassen. An diesen bricht sich die Strömung und gewinnt an Dynamik. Durch die unterschiedlichen Fließgeschwindigkeiten bilden sich Mäander. Materialien wie Schlacke und Kies können sich ablagern, die einen wichtigen Lebensraum für seltene Tierarten wie das Bachneunauge bieten.

In einem weiteren Schritt soll ein alter Arm des Rhins bei Rheinshagen wieder an den Flussverlauf angeschlossen werden. Wie die Projektmitarbeiterin Inga Willecke sagte, ist dieser alte Arm zu Gunsten eines geraderen Flussverlaufs einst vom jetzigen Rhin durch aufgeschüttete Erde abgetrennt worden. "Zu feuchten Zeiten führt er aber noch Wasser", so Willecke. Künftig soll der mehrere hundert Meter lange Abschnitt wieder mit dem Flussverlauf verbunden werden. Der jetzige Hauptlauf des Rhins würde dann abgetrennt werden. Allerdings soll ein Überlauf bestehen bleiben, so dass bei Hochwasser die Nässe in den abgetrennten Hauptlauf abfließen kann. Die Renaturierung des Altarms soll ebenfalls Lebensraum für Tiere schaffen. "Dort gibt es mehr Flachwasserzonen für Jungfische", so Willecke.

Noch befindet sich das Projekt in der Genehmigungsphase. Willecke geht davon aus, dass Umsetzung erst 2020 erfolgt. "Wir bauen immer im Winter. In diesem Jahr passiert da nichts mehr." Zu den Kosten konnte sie noch nichts sagen. Das Projekt wird zu 75 Prozent  von der EU finanziert.

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Renaturieren Inga Willecke Flussarm Carolin Schilde Naturschutzfonds

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